Jesus zum Thema „Helfen“

Was sagt Jesus in der Bibel zum Thema „Helfen“?

Jesus spricht sehr häufig darüber, anderen zu helfen. Dabei geht es ihm nicht nur um materielle Hilfe, sondern um Nächstenliebe, Barmherzigkeit, Vergebung und konkrete Taten.

„Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ – Matthäus 22,39
Für Jesus ist die Liebe zum Mitmenschen eines der wichtigsten Gebote. Helfen bedeutet, die Bedürfnisse anderer ernst zu nehmen.

Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter – Lukas 10,25–37

Ein verletzter Mensch wird von mehreren Personen gesehen, aber nur ein Samariter bleibt stehen und hilft ihm. Jesus schließt mit der Aufforderung: „Geh hin und handle du ebenso!“Helfen soll nicht davon abhängen, ob jemand „zu uns gehört“.

„Was ihr einem dieser meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“ Matthäus 25,40
Jesus verbindet die Hilfe für Bedürftige unmittelbar mit der Beziehung zu ihm selbst. Hungrige speisen, Durstige versorgen, Fremde aufnehmen, Kranke besuchen und Gefangene nicht vergessen – all das zählt für ihn.

„Wenn du Almosen gibst, soll deine linke Hand nicht wissen, was die rechte tut.“ – Matthäus 6,3
Jesus warnt davor, Gutes zu tun, um Anerkennung zu bekommen. Hilfe soll nicht zur Selbstdarstellung werden.

„Gebt, und es wird euch gegeben werden.“ – Lukas 6,38
Jesus ermutigt zu einer großzügigen Haltung. Dabei geht es nicht einfach um ein Versprechen, dass man für jede gute Tat materiell belohnt wird, sondern um eine Lebenshaltung des Gebens und der Barmherzigkeit.

„Tut Gutes denen, die euch hassen.“ – Lukas 6,27
Jesu Verständnis von Hilfe geht sogar über die eigenen Freunde hinaus: Auch gegenüber Menschen, die einem schlecht begegnen, soll man Gutes tun.

Tagesevangelium

.. Tagesevangelium vom 10. September 2026

Evangelium Lukas 6, 27–38
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
Euch, die ihr zuhört, sage ich: Liebt eure Feinde;
tut denen Gutes, die euch hassen!
Segnet die, die euch verfluchen; betet für die, die euch beschimpfen!
Dem, der dich auf die eine Wange schlägt, halt auch die andere hin
und dem, der dir den Mantel wegnimmt, lass auch das Hemd!
Gib jedem, der dich bittet; und wenn dir jemand das Deine wegnimmt, verlang es nicht zurück!
Und wie ihr wollt, dass euch die Menschen tun sollen, das tut auch ihr ihnen!
Wenn ihr die liebt, die euch lieben, welchen Dank erwartet ihr dafür?
Denn auch die Sünder lieben die, von denen sie geliebt werden.
Und wenn ihr denen Gutes tut, die euch Gutes tun, welchen Dank erwartet ihr dafür?
Das tun auch die Sünder. Und wenn ihr denen Geld leiht,
von denen ihr es zurückzubekommen hofft, welchen Dank erwartet ihr dafür?
Auch die Sünder leihen Sündern, um das Gleiche zurückzubekommen.
Doch ihr sollt eure Feinde lieben und Gutes tun und leihen, wo ihr nichts zurückerhoffen könnt.
Dann wird euer Lohn groß sein und ihr werdet Söhne des Höchsten sein;
denn auch er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen.
Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!
Richtet nicht, dann werdet auch ihr nicht gerichtet werden!
Verurteilt nicht, dann werdet auch ihr nicht verurteilt werden!
Erlasst einander die Schuld, dann wird auch euch die Schuld erlassen werden!
Gebt, dann wird auch euch gegeben werden!
Ein gutes, volles, gehäuftes, überfließendes Maß wird man euch in den Schoß legen;
denn nach dem Maß, mit dem ihr messt, wird auch euch zugemessen werden.

…. Besinnliches zum heutigen Evangelium:
Von der Feindesliebe und vom Richten ist in diesem Teil der Feldpredigt die Rede (V. 27–36 und V. 37–38). Jesus redet nicht mehr nur den Jüngerkreis an, sondern alle, die ihm zuhören (V. 27) – damals und immer. Mit der Forderung der Feindesliebe hat Jesus das Gebot des Alten Testaments verdeutlicht und den Zusatz der Schriftgelehrten zurückgewiesen: „Und du sollst deinen Feind hassen“ (Mt 5, 43). Ursprung und Vorbild der Feindesliebe ist Gott selbst (vgl. Röm 5, 10). Die praktizierte Feindesliebe äußert sich dem Hass gegenüber als gute Tat (V. 27), den Fluchworten gegenüber als Segen (V. 28), der erlittenen Misshandlung gegenüber als Fürbitte. Nicht Einzelrezepte will Jesus hier geben, sondern Grundregeln, neue Möglichkeiten menschlichen Verhaltens; sie werden zusammengefasst in der „Goldenen Regel“: Was ihr von anderen erwartet, das tut ebenso auch ihnen (V. 31). – Vers 36 „Seid barmherzig …“ leitet zu den Versen 37–38 über: Nicht richten, nicht verurteilen; vergeben und geben.

Lebe das, was du vom Evangelium verstanden hast.
Und wenn es noch so wenig ist. Aber lebe es.

(Roger Schulz)