Tagesevangelium vom 17. Juli 2026
Evangelium Matthäus 12, 1–8
In jener Zeit ging Jesus am Sabbat durch die Kornfelder.
Seine Jünger hatten Hunger; sie rissen Ähren ab und aßen davon.
Die Pharisäer sahen es und sagten zu ihm: Sieh her,
deine Jünger tun etwas, das am Sabbat verboten ist.
Da sagte er zu ihnen: Habt ihr nicht gelesen, was David getan hat,
als er und seine Begleiter hungrig waren – wie er in das Haus Gottes ging
und wie sie die Schaubrote aßen, die weder er noch seine Begleiter,
sondern nur die Priester essen durften?
Oder habt ihr nicht im Gesetz gelesen, dass am Sabbat die Priester im Tempel den Sabbat entweihen,
ohne sich schuldig zu machen? Ich sage euch: Hier ist Größeres als der Tempel.
Wenn ihr begriffen hättet, was das heißt: Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer,
dann hättet ihr nicht Unschuldige verurteilt; 8denn der Menschensohn ist Herr über den Sabbat.
…. Besinnliches zum heutigen Evangelium
Mit welchem Recht machen die Pharisäer den Jüngern Jesu Vorwürfe, weil sie am Sabbat Ähren abreißen, um ihren Hunger zu stillen? Das Ährenrupfen war nach dem Gesetz erlaubt (Dtn 23, 26); aber die Gesetzeslehrer hatten um das Sabbatgebot einen Zaun kleinlicher Vorschriften gezogen, und sie rechneten das Ährenrupfen zu den am Sabbat verbotenen Arbeiten. Jesus antwortet den Pharisäern zunächst mit zwei Hinweisen auf das Alte Testament, dann geht er zum Angriff über. Er sagt ihnen, dass sie weder den Sinn des Gesetzes verstehen noch begreifen, mit wem sie es jetzt zu tun haben: Hier ist mehr als der Tempel, und: „Der Menschensohn ist Herr über den Sabbat.“ Das sind zwei ungeheuerliche Behauptungen. Sie enthalten denselben Anspruch, den Jesus erhebt, wenn er Sünden vergibt oder wenn er mit Vollmacht das Gesetz auslegt. Das Gesetz, auch das Sabbatgebot, ist nicht ein Zeichen der Knechtschaft, sondern genau das Gegenteil: Gott hat es gegeben, weil er barmherzig ist und will, dass die Menschen sich ihrer Freiheit bewusst werden. Auch dem Sabbat gegenüber sollen die Jünger Jesu frei sein: Sie werden ihn auf ihre Weise feiern und ihn schließlich durch den Sonntag, den Tag der Auferstehung des Herrn, ablösen.
Lebe das, was du vom Evangelium verstanden hast.
Und wenn es noch so wenig ist. Aber lebe es.
(Roger Schulz)
Papagei Pico Ausmalbild
Bitten
Wir sind immer eingeladen vertrauensvoll zu bitten.
„Bittet und es wird euch gegeben“, sagt Jesus (Mt 7,7)
Jesus Christus, unseren Meister und Lehrer, bitten wir:
1. Hilf uns, dass wir deine Schöpfung nicht zerstören, sondern das Leben, das sie uns spendet, bewahren.
Wir bitten dich, erhöre uns.
2. Schenke uns den Heiligen Geist, dass wir in der Liebe wachsen und reich werden.
Wir bitten dich, erhöre uns.
3. Um Barmherzigkeit, einen respektvollen Umgang miteinander und die Bereitschaft zum Verzeihen.
Wir bitten dich, erhöre uns.
4. Um Geduld mit uns selbst, wenn wir dich nicht verstehen, und um die Gnade, deine Liebe erfahren zu dürfen.
Wir bitten dich, erhöre uns.
5. Um das tägliche Brot für alle Armen, um Anerkennung für die, die übersehen werden, und um Perspektive für die Hoffnungslosen.
Wir bitten dich, erhöre uns.
6. Erfülle uns mit der Kraft deiner Liebe, damit wir von dir Zeugnis geben.
Wir bitten dich, erhöre uns.
7. Schenke den Politikerinnen und Politikern Weisheit und Klugheit, damit sie gute Entscheidungen zum Wohl der Menschen treffen.
Wir bitten dich, erhöre uns.
8. Erleuchte alle, die in der theologischen Wissenschaft den Glauben mit dem Licht der Vernunft zu durchdringen suchen.
Wir bitten dich, erhöre uns.
9. Um Kraft für die Kranken, Trost für die Trauernden und deine Barmherzigkeit für die Verstorbenen.
Wir bitten dich, erhöre uns.
10. Hilf denen, die deine Wunder erleben, ihren Glauben zu vertiefen und eine Beziehung zu dir aufzubauen.
Wir bitten dich, erhöre uns.
Das Ausgesprochene und Unausgesprochene, Glauben und Zweifel bringen wir vor dich, denn bei dir sind wir geborgen – heute und in Ewigkeit.
Amen.
Beten wir wie Jesus:
Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit. Amen
Herr wir bitten komm und segne uns,
lege auf uns deinen Frieden.
Segnend halte Hände über uns.
Rühr uns an mit deiner Kraft.
Es segne und beschütze uns alle der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

