Das Fest der Sieben Schmerzen Mariens

Das Fest der Sieben Schmerzen Mariens – 15. September
Am 15. September begeht die katholische Kirche das Gedächtnis der Sieben Schmerzen Mariens (Mater Dolorosa – „Schmerzensmutter“). Es steht unmittelbar nach dem Fest der Kreuzerhöhung am 14. September und richtet den Blick auf Maria, die in besonderer Weise am Leiden und Sterben Jesu teilnimmt.

Die sieben Schmerzen Mariens sind traditionell:
1. Die Weissagung Simeons

Bei der Darstellung Jesu im Tempel kündigt Simeon Maria an, dass ein „Schwert“ ihre Seele durchdringen werde (Lk 2,34–35).
2. Die Flucht nach Ägypten
Maria muss mit Josef und dem Jesuskind vor Herodes nach Ägypten fliehen (Mt 2,13–15).
3. Die Suche nach dem zwölfjährigen Jesus
Jesus geht auf der Wallfahrt in Jerusalem verloren; Maria sucht ihn drei Tage lang voller Sorge (Lk 2,41–50).
4. Die Begegnung mit Jesus auf dem Kreuzweg
Maria begegnet ihrem Sohn auf seinem Weg nach Golgota.
5. Maria unter dem Kreuz
Sie steht beim Kreuz und erlebt den Tod ihres Sohnes (Joh 19,25–27).
6. Die Abnahme Jesu vom Kreuz
Der tote Jesus wird vom Kreuz genommen und in die Arme seiner Mutter gelegt.
7. Die Grablegung Jesu
Maria muss ihren Sohn ins Grab legen lassen und ihn zurücklassen.

Maria wird dabei nicht einfach als eine leidende Mutter betrachtet. Ihr Schmerz wird als Ausdruck ihrer Liebe und ihres Glaubens verstanden. Sie bleibt auch in einer Situation, die menschlich kaum auszuhalten ist, bei Jesus. Darum ist Maria die Mater Dolorosa, die Schmerzensmutter. Sie steht zugleich stellvertretend für alle Menschen, die einen geliebten Menschen leiden oder sterben sehen und selbst nichts dagegen tun können. Das Fest lädt deshalb dazu ein, Leid nicht zu verdrängen, sondern es im Glauben vor Gott zu bringen. Maria wird dabei als Begleiterin der Leidenden verstanden.

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