Freuden-, Glücks- und Dankessamen

Geschichte von Freuden-, Glücks- und Dankessamen
Zwei Kinder riefen der alten Frau im Garten voll Verwunderung zu: "Alte Frau, warum hast du einen so wunderschönen, grossen Blumengarten?" "Kommt, setzt euch zu mir auf die Gartenbank, ich will euch erzählen!" Neugierig setzten sich die beiden rechts und links neben die Frau. "Erzähl uns!" riefen sie ungeduldig."Das ist so," begann die alte Frau und ein Lächeln huschte über ihr Gesicht, "das sind alles meine Freuden-, Glücks-, und Dankesblumen." "Wie kommt das?" fragten die Kinder verwundert. "Jeden Morgen, beim Aufstehen, nehme ich eine kleine Handvoll Samenkörner in meine linke Manteltasche. Wenn ich tagsüber etwas erlebe, was mir Freude bringt oder mich glücklich macht, wandert ein Samenkorn von der linken in meine rechte Manteltasche. Wenn ich dann abends zu Bett gehe, nehme ich alle Samenkörner aus der rechten Tasche hervor. Wenn sie dann so auf meiner Hand liegen, erinnere ich mich nochmals an alle freudigen und glücklichen Momente und danke Gott dafür. Dann streue ich sie in weitem Bogen aus meinem Fenster - und darum blühen hier meine schönen Freuden-, Glücks-, und Dankesblumen" "Jetzt ist schon Abend", riefen die Kinder, "sind von heute auch Glücks- und Freudensamen in deiner rechten Tasche?" "Ja", sagte die Frau. "Erzählst du uns davon?" riefen die Kinder ganz aufgeregt. "Gerne" sagte die Frau und holte aus ihrer rechten Manteltasche einige ganz unterschiedliche Samenkörner hervor. "Heute hat mir mein Frühstück ganz besonders geschmeckt - dafür ist ein Samenkorn" und sie legte vorsichtig eines in die Hand des Kindes zu ihrer Rechten. "Von meinem Sohn aus Australien bekam ich heute eine SMS. Ich freute mich, von ihm eine Nachricht zu hören" und sie legte ein Samenkorn in die Hand des Kindes zu ihrer Linken. "Mein Nachbar erwiderte heute meinen Gruss - das war ein Samenkorn wert. Die Katze sprang beim Mittagessen auf den Tisch und stiess dabei die Blumenvase von meiner verstorbenen Mutter um - ich konnte sie auffangen - dieses Glück war ein Samenkorn wert. Beim Spazieren begegnete mir ein trauriger Mensch. Wir haben ein paar Worte gewechselt und er ging mit einem Lächeln im Gesicht weiter - auch mein Herz war froh. Die Arbeit im Haus lief mir heute ganz besonders gut - dafür seht ein Samenkorn. Und jetzt, jetzt nehme ich noch ein Korn aus meiner linken Tasche, das ist für euch, ihr habt mir mit eurem Besuch eine grosse Freude bereitet. Und manchmal, liebe Kinder, da sind es im Tag einige Glücks- und Freudenkörner, so wie heute. Manchmal aber ist es nur eines. Aber auch für eines bin ich Gott dankbar." Die Kinder schauten nachdenklich auf die Samenkörner in ihren Händen. Es war ganz still - ob die Kinder wohl dankbar an ihre eigenen Glücks- und Freudenmomente dachten? "Streut nun die Samen aus", sagte die Frau - "und dann dürft ihr euch einen grossen Freuden-, Glücks-, und Dankesblumen-Strauss pflücken und damit eure Eltern überraschen."

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