jeder neue Morgen

Jeder neue Morgen ist ein Geschenk,
möge er dir Frieden, Kraft und Freude schenken.


Spuren auf dem Weg
Es war einmal ein Vater, der zwei Söhne hatte. Je älter und gebrechlicher er wurde, desto mehr dachte er über sein Leben nach. Und manchmal kamen ihm Zweifel, ob er seinen Söhnen wohl das Wichtigste für ihr Leben weitergegeben hatte. Weil ihn diese Frage nicht losließ, beschloss der Vater, seine Söhne mit einem besonderen Auftrag auf eine Reise zu schicken. Er ließ sie zu sich kommen und sagte: "Ich bin alt und gebrechlich geworden. Meine Spuren und Zeichen werden bald verblassen. Nun möchte ich, dass Ihr in die Welt hinausgeht und dort eure ganz persönlichen Spuren und Zeichen hinterlasst." Die Söhne taten, wie ihnen geheißen und zogen hinaus in die Welt. Der Ältere begann sogleich eifrig, Grasbüschel zusammenzubinden, Zeichen in Bäume zu schnitzen, Äste zu knicken und Löcher zu graben, um seinen Weg zu kennzeichnen. Der jüngere Sohn jedoch sprach mit den Leuten, denen er begegnete, er ging in die Dörfer und feierte, tanzte und spielte mit den Bewohnern. Da wurde der ältere Sohn zornig und dachte bei sich: "Ich arbeite die ganze Zeit und hinterlasse meine Zeichen, mein Bruder aber tut nichts." Nach einiger Zeit kehrten sie zum Vater zurück. Dieser nahm nun gemeinsam mit seinen Söhnen seine letzte und beschwerliche Reise auf sich, um ihre Zeichen zu sehen. Sie kamen zu den gebundenen Grasbüscheln. Der Wind hatte sie verweht und sie waren kaum noch zu erkennen. Die gekennzeichneten Bäume waren gefällt worden und die Löcher, die der ältere der beiden Söhne gegraben hatte, waren fast alle bereits wieder zugeschüttet. Aber wo immer sie auf ihrer Reise hinkamen, kamen Kinder und Erwachsene auf den jüngeren Sohn zu und freuten sich, dass sie ihn wiedersahen und luden ihn zum Essen und zum Feiern ein. Am Ende der Reise sagte der Vater zu seinen Söhnen: "Ihr habt beide versucht, meinen Auftrag, Zeichen zu setzen und Spuren zu hinterlassen, zu erfüllen. Du, mein älterer, hast viel geleistet und gearbeitet, aber deine Zeichen sind verblichen. Du, mein jüngerer, hast Zeichen und Spuren in den Herzen der Menschen hinterlassen. Diese bleiben für immer und leben weiter.“


es fragt sich nur

Auf das Glück warten, das kann man nicht.
Das Glück ist da oder nicht;
Es fragt sich nur, worin man es findet.

(Martin Kessel)

Wie mein Schutzengel aussieht
Als ich vor einigen Wochen die Kinder hier in der Deutschen Schule in Durban/Südafrika danach fragte, waren sie sich ziemlich einig: Engel sind weiß und haben lange, blonde Haare. Ehrlich gesagt, mir fällt zuerst etwas ganz Anderes ein. Ich glaube, dass Engel ziemlich mitgenommen und durchaus sehr zerzaust aussehen. Wäre das ein Wunder? Wenn du als Engel so manchen Autofahrer begleitest, da verwuschelt es dir die Federn schon ganz schön! Oder halte mal ein ganzes Flugzeug fest, das in Turbulenzen geraten ist! Und spring dem kleinen Jungen in den Fluss hinterher, in den er hineingefallen ist. »Weiß« wäre da ja wirklich die unpraktischste Farbe, die man sich denken kann! Überall wären Flecken und Dreck zu sehen! Ich glaube, »weiß« und »blond«, das ist sozusagen die Feiertagskleidung der Engel – aber im Alltag tragen sie durchaus Latzhose und Sweat-Shirt. Und das eher kunterbunt, blau, grün, rot, gelb. Und ich denke mir, dass Engel einen pfiffigen Kurzhaarschnitt haben – denn wie will man zupacken und arbeiten, wenn einem dauernd die eigenen Haare im Weg sind? Und warum soll ein Engel eigentlich nicht schwarz sein? Ich jedenfalls habe hier in Südafrika schon einige schwarze Engel getroffen!
(Andrea Schwarz)

„Schmunzeliges“
Der Unterschied zwischen Urlaub und Alltag? Im Urlaub sucht man jeden Morgen den Strand. Zu Hause sucht man jeden Morgen die Motivation.