Fest der Verklärung des Herrn
Das Fest der Verklärung des Herrn ist ein christliches Hochfest, das jedes Jahr am 6. August gefeiert wird. Es erinnert an die biblische Begebenheit, bei der Jesus auf einem Berg vor drei seiner Jünger in seiner göttlichen Herrlichkeit erscheint. Die Verklärung wird in den Evangelien berichtet (Evangelium nach Matthäus 17,1–8; Evangelium nach Markus 9,2–8; Evangelium nach Lukas 9,28–36).
Jesus steigt mit den Jüngern Petrus, Jakobus und Johannes auf einen hohen Berg. Dort geschieht etwas Außergewöhnliches: Sein Gesicht und seine Kleidung beginnen hell zu leuchten. Zwei bedeutende Gestalten des Alten Testaments erscheinen: Mose, der das Gesetz repräsentiert, und Elija, der für die Propheten steht. Sie sprechen mit Jesus über seinen bevorstehenden Tod und seine Auferstehung. Eine leuchtende Wolke überschattet sie, und eine Stimme aus der Wolke spricht: „Dies ist mein geliebter Sohn; auf ihn sollt ihr hören.“ Die Jünger erschrecken, doch Jesus beruhigt sie. Als sie wieder aufblicken, sehen sie nur noch Jesus.
Jesu göttliche Natur wird sichtbar. Für einen kurzen Moment erscheint seine Herrlichkeit, die sonst hinter seiner menschlichen Gestalt verborgen ist. Mose und Elija zeigen, dass Jesus die Geschichte Israels erfüllt und vollendet. Kurz vor seinem Weg nach Jerusalem und seinem Kreuzestod stärkt dieses Ereignis die Jünger im Glauben. Die Verklärung weist bereits auf den Sieg über Tod und Vergänglichkeit hin.
Das Fest wurde im Osten der Kirche schon früh gefeiert. In der Westkirche setzte sich der Termin 6. August im Mittelalter durch. Im Jahr 1457 führte Papst Kalixt III. das Fest für die gesamte katholische Kirche verbindlich ein.
Die Verklärung erinnert Christinnen und Christen daran, dass Gottes Herrlichkeit auch dann gegenwärtig ist, wenn sie im Alltag oder im Leiden nicht unmittelbar sichtbar erscheint. Das Fest verbindet deshalb zwei Perspektiven: den Blick auf das Kreuz und die Hoffnung auf die Auferstehung und die endgültige Gemeinschaft mit Gott.
Jesus ist gekommen,
damit wir das Leben haben,
die Fülle des Lebens.
Er selbst ist das Leben,
er ist die Fülle, aus der wir alle
alles empfangen haben.
Er schenkt uns Gnade und Herrlichkeit.