die Geschichte vom Esel

…… die Geschichte vom Esel

Der zehnte Esel

Einst lebte ein indischer Bauer, der zehn Esel hatte, mit denen er seine Felder bestellte. Eines Abends nach einem arbeitsreichen Tag, kam er mit den Eseln nach Hause und band sie an den Pflöcken, die dafür im Hof standen, fest. Nachdem er neun Esel festgebunden hatte, merkte er zu seinem Schrecken, dass er das zehnte Seil verloren hatte, sodass er den letzten Esel nicht festmachen konnte. Was nun? Da bemerkte er einen Weisen, der unter einem Baum saß. Er fragte den Mann ehrfürchtig um Rat. Dieser dachte einen kurzen Moment nach und antwortete dann: „Das einzige, was du tun musst, ist genau die gleichen Bewegungen zu machen, mit der du den Esel sonst immer festbindest. Tu so, als ob du ihn festmachst – das ist alles.“ Der Bauer tat, wie ihm geheißen, dann ging er mit gemischten Gefühlen ins Haus, halb darauf vertrauend, dass der Rat des Weisen helfen würde und halb mit dem Gedanken, dass der Esel in der Nacht weglaufen würde. Als er aber am folgenden Morgen vor die Tür trat, standen alle Esel brav im Hof, auch der zehnte. Freudig machte der Bauer die neun Esel los und wollte mit ihnen aufs Feld gehen, um zu arbeiten. Zu seiner großen Überraschung weigerte sich der zehnte Esel, auch nur einen Schritt vorwärts zu gehen. Der Bauer zog ihn und schrie, aber das Tier blieb stocksteif stehen. Da ging der er zu dem Weisen, der noch immer unter dem Baum saß, und fragte ihn, was er tun solle. Der Weise fragte ihn: „Hast du den Esel denn von seinem Pfahl wieder losgebunden?“ „Nein, natürlich nicht“, sagte der Bauer. „Er ist doch gar nicht festgebunden!“ „Aha“, sagte der Weise mit einem Lächeln, „das weißt du, aber der Esel weiß es nicht, er denkt, dass er noch immer festgebunden ist.“ Daraufhin ging der Bauer zu dem Esel, tat so, als ob er das Seil lösen und es vom Hals des Tieres wegnehmen würde. Kaum hatte er dies getan, lief der Esel brav mit aufs Feld.


unglaublicher Vielfalt erschaffen

Gott,
du hast uns Menschen in unglaublicher Vielfalt erschaffen.

Vielfältig in ihrem Aussehen, in ihrer Sprache,
in ihren Talenten und Fähigkeiten.
Ganz verschiedene Gaben hast du geschenkt.
Keinem gabst du alles – und keinem nichts.
Zusammen sind wir deine Menschheit,
in die hinein du Jesus, deinen Sohn, geschickt hast,
um das, was du von uns willst, vorzuleben.
Was uns eint, ist dein Geist, dein heiliger Geist.
Was verbindet in all unsrer Verschiedenheit,
ist die gemeinsame Liebe zu dir.


Alles wurde erschaffen als Geschenk der Liebe für mich.
Ich wurde geschaffen als Geschenk für die anderen.
(Chiara Lubich)

Die Welt wird jedes Mal neu erschaffen,
wenn ein Kind geboren wird.
Geboren zu werden bedeutet,
dass uns eine ganze Welt geschenkt wird.
(Josten Gaarder)

Gott allein kann schaffen, aber du kannst das Erschaffene zur Geltung bringen.
Gott allein kann Leben schenken, aber du kannst es weitergeben und achten.
Gott allein kann Glauben schenken, aber du kannst dein Zeugnis geben.
Gott allein kann Hoffnung wecken, aber du kannst anderen Vertrauen schenken.
Gott allein kann Freude schenken, aber du allein ein Lächeln.
Gott allein ist der Weg, aber du kannst ihn anderen zeigen.
Gott allein ist das Unmögliche, aber du kannst das Mögliche tun.
Gott allein genügt sich selbst, aber er hat es vorgezogen, auf dich zu zählen.
(Meditation aus Ruanda)