euer ganzes Leben vertan

Der Fährmann
Ein Professor, seiner Gelehrtheit wegen weitbekannt, kam einmal auf einer seiner vielen Reisen an einen breiten Fluss, den er überqueren musste, um seinen Weg fortzusetzen. Weit und breit war keine Brücke zu sehen. Nach einiger Zeit des Suchens traf er auf einen Fährmann, den er bat, ihn überzusetzen. Das Boot war niedrig und schmal, und der Professor beobachtete, wie der Mann sich kraftvoll in die Ruder stemmte, wie er an Sandbänken zu seiner Stange griff und das Boot geschickt weiterschob. "Fährmann", fragte der Gelehrte nachdenklich "hast du eigentlich eine Schule besucht?" "Nein, Herr." "Kannst du lesen?" "Nein, Herr." "Hat man dir überhaupt etwas beigebracht?" "Nein Herr." "Dann hast du ja dein halbes Leben vertan!" Schweigend setzten sie die Fahrt fort und näherten sich langsam der Mitte des Flusses. Ein heftiger Wind bewegte das Wasser. Die Wellen wurden höher, und das Boot schwankte immer stärker. Der Wind wurde zum Sturm und das Gesicht des Professors bleich und grün. Jeden Augenblick drohte der Kahn umzukippen. Da rief der Fährmann laut durch das Getöse der Wellen: "Gelehrter Herr, könnt ihr schwimmen?" "Nein" war die verzweifelte Antwort. "Hat man Euch auf der Schule nicht das Schwimmen beigebracht?" Der Professor stöhnte: "Doch, wir haben etwas über das Schwimmen gelesen, aber schwimmen gelernt haben wir nicht." Dann habt ihr nun euer ganzes Leben vertan!"

Der schönste Dank für Gottes Gaben besteht darin,
dass man die Gaben Gottes weitergibt.

(Michael Kardinal Faulhaber)

Viele Menschen waren gerne mit Jesus unterwegs
und Jesus erzählte ihnen von Gott
und auch das ein Weizenkorn sterben muss,
dann aber viele Früchte bringt.
Er erzählte das, weil er wusste, dass er sterben wird
und alle seine Freunde erst einmal allein und traurig sein werden.
Aber er wusste auch, dass Gott ihn nicht verlässt
und er am Ostermorgen auferstehen wird.
Als es wirklich so passierte, freuten sich die Freunde Jesus
und immer mehr Menschen glaubten an Jesus.

Guter Gott der Himmel beginnt schon hier auf der Erde.
Er wächst wo wir Liebe, Freude und alle unsere Gaben
nicht für uns alleine behalten, sondern mit anderen teilen.
Ich danke dir für alle Geschenke an diesem Tag
und möchte morgen daran denken, mit anderen zu teilen.
Amen


Tagesevangelium

Tagesevangelium vom 22. März 2026

Evangelium Johannes 11, 3–7.17.20–27.33b–45


In jener Zeit sandten die Schwestern des Lázarus Jesus die Nachricht: Herr, sieh: Der, den du liebst, er ist krank.
Als Jesus das hörte, sagte er: Diese Krankheit führt nicht zum Tod, sondern dient der Verherrlichung Gottes.
Durch sie soll der Sohn Gottes verherrlicht werden. Jesus liebte aber Marta, ihre Schwester und Lázarus.
Als er hörte, dass Lázarus krank war, blieb er noch zwei Tage an dem Ort, wo er sich aufhielt.
Danach sagte er zu den Jüngern: Lasst uns wieder nach Judäa gehen.
Als Jesus ankam, fand er Lázarus schon vier Tage im Grab liegen.
Als Marta hörte, dass Jesus komme, ging sie ihm entgegen,
Maria aber blieb im Haus sitzen. Marta sagte zu Jesus:
Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben.
Aber auch jetzt weiß ich: Alles, worum du Gott bittest, wird Gott dir geben.
Jesus sagte zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen.
Marta sagte zu ihm: Ich weiß, dass er auferstehen wird bei der Auferstehung am Jüngsten Tag.
Jesus sagte zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben.
Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt,
wird auf ewig nicht sterben. Glaubst du das?
Marta sagte zu ihm: Ja, Herr, ich glaube, dass du der Christus bist,
der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.Jesus war im Innersten erregt und erschüttert.
Er sagte: Wo habt ihr ihn bestattet? Sie sagten zu ihm: Herr, komm und sieh!
Da weinte Jesus. Die Juden sagten: Seht, wie lieb er ihn hatte!
Einige aber sagten: Wenn er dem Blinden die Augen geöffnet hat,
hätte er dann nicht auch verhindern können, dass dieser hier starb?
Da wurde Jesus wiederum innerlich erregt und er ging zum Grab.
Es war eine Höhle, die mit einem Stein verschlossen war.
Jesus sagte: Nehmt den Stein weg! Marta, die Schwester des Verstorbenen,
sagte zu ihm: Herr, er riecht aber schon, denn es ist bereits der vierte Tag.
Jesus sagte zu ihr: Habe ich dir nicht gesagt: Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen?
Da nahmen sie den Stein weg. Jesus aber erhob seine Augen
und sprach: Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast.
Ich wusste, dass du mich immer erhörst; aber wegen der Menge, die um mich herumsteht,
habe ich es gesagt, damit sie glauben, dass du mich gesandt hast.
Nachdem er dies gesagt hatte, rief er mit lauter Stimme: Lázarus, komm heraus!
Da kam der Verstorbene heraus; seine Füße und Hände waren mit Binden umwickelt
und sein Gesicht war mit einem Schweißtuch verhüllt.
Jesus sagte zu ihnen: Löst ihm die Binden und lasst ihn weggehen!
Viele der Juden, die zu Maria gekommen waren und gesehen hatten, was Jesus getan hatte, kamen zum Glauben an ihn.

…. Besinnliches zum heutigen Evangelium
Die Auferweckung des Lazarus ist das letzte und größte der sieben „Zeichen“ Jesu, die das Johannesevangelium berichtet. An die Auferstehung der Toten glauben auch die Pharisäer, aber für sie und auch für Marta ist das eine Hoffnung für das Ende der Zeit. Jesus sagt: „Ich bin die Auferstehung und das Leben.“ Jetzt schon gibt es Auferstehung und ewiges Leben für den, der glaubt. So wird auch dieses Wunder Jesu zur Krise und zum Gericht. Für die führenden Juden ist es der Anlass, den Tod Jesu zu beschließen (Joh 11, 53); Marta dagegen spricht das aus, was später zum Glaubensbekenntnis der Kirche wird: „Ja, Herr, ich glaube, dass du der Messias bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll“

Lebe das, was du vom Evangelium verstanden hast.
Und wenn es noch so wenig ist. Aber lebe es.

(Roger Schulz)

Für den Glaubenden ist das Ende nicht end-gültig. Der Tod hat nicht das letzte Wort in unserem Leben, weil Jesus uns die Tür geöffnet hat, die unser begrenztes Dasein sprengt. In der Feier der Eucharistie erleben wir eine neue Dimension, die Zeit und Endlichkeit überwindet.