Tagesevangelium

Tagesevangelium vom 17. Januar 2026

Evangelium Matthäus 19, 16–26


In jener Zeit kam ein Mann zu Jesus und fragte:
Meister, was muss ich Gutes tun, um das ewige Leben zu gewinnen?
Er antwortete: Was fragst du mich nach dem Guten? Nur einer ist „der Gute“.
Wenn du aber in das Leben eintreten willst, halte die Gebote!
Darauf fragte er ihn: Welche? Jesus antwortete: Du sollst nicht töten,
du sollst nicht die Ehe brechen, du sollst nicht stehlen, du sollst kein falsches Zeugnis geben;
ehre Vater und Mutter! Und: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!
Der junge Mann erwiderte ihm: Alle diese Gebote habe ich befolgt.
Was fehlt mir noch? Jesus antwortete ihm: Wenn du vollkommen sein willst,
geh, verkauf deinen Besitz und gib ihn den Armen;
und du wirst einen Schatz im Himmel haben; und komm, folge mir nach!
Als der junge Mann das hörte, ging er traurig weg; denn er hatte ein großes Vermögen.
Da sagte Jesus zu seinen Jüngern: Amen, ich sage euch:
Ein Reicher wird schwer in das Himmelreich kommen.
Nochmals sage ich euch: Leichter geht ein Kamel durch ein Nadelöhr,
als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt.
Als die Jünger das hörten, gerieten sie ganz außer sich vor Schrecken
und sagten: Wer kann dann noch gerettet werden?
Jesus sah sie an und sagte zu ihnen: Für Menschen ist das unmöglich,
für Gott aber ist alles möglich.

…. Besinnliches zum heutigen Evangelium
Auf die Frage: „Was kann ich außerdem noch tun?“ antwortet Jesus dem jungen Mann: „Wenn du vollkommen sein willst …“ Man hat aus der doppelten Antwort Jesu eine Unterscheidung zwischen Geboten und „evangelischen Räten“ abgeleitet: Das ewige Leben erreicht man durch die Erfüllung der Gebote (19,17); wer aber vollkommen sein will, wer einen Schatz im Himmel haben will (19,21), für den gibt es außerdem noch die „Räte“. Die Gebote verlangen tatsächlich nicht den Verzicht auf allen Besitz; das Evangelium nennt diesen Verzicht aber auch nicht einen Rat, sondern eine Forderung der Nachfolge, die sich dann freilich verschieden gestaltet, je nach dem Ruf, der an den Einzelnen ergangen ist. Die Fortsetzung des Evangeliums (19,23–30) zeigt noch eine andere Seite der Armutsforderung: Hier geht es nicht mehr um den (etwas überheblichen) Anspruch, vollkommen zu sein, sondern ganz einfach um die Sorge, gerettet zu werden, was so viel heißt wie „das ewige Leben gewinnen“ (19,16). So hat der heilige Antonius dieses Evangelium verstanden und es ohne Zögern in die Tat umgesetzt.

Lebe das, was du vom Evangelium verstanden hast.
Und wenn es noch so wenig ist. Aber lebe es.

(Roger Schulz)

so scheint die gute Tat

So weit die kleine Kerze Schimmer wirft,
so scheint die gute Tat in arger Welt.

(William Shakespeare)

Am freiesten wird nur der sein,
der am wenigsten Bedürfnisse hat.

(Ludwig Thoma)

Ich wünsche dir einen Weg, den du gerne gehst,
einen Weg, dessen Steine du nicht spürst
und den du leichten Fußes beschreiten kannst.
Ich wünsche dir einen Weg, der nicht endlos ist,
einen Weg, auf dem du ein Ziel vor Augen hast,
ein Ziel, das dich erfüllt.

Die Sehnsucht lässt alle Dinge blühen,
der Besitz zieht alle Dinge in den Staub.

(Marcel Proust)

Nichtstun ist besser als mit viel Mühe nichts schaffen.
(Laotse)

„Schmunzeliges“
Kommt ein Dalmatiner an die Supermarktkasse. Die Kassiererin fragt: „Sammeln Sie auch Punkte?“

Psalm 86 Bitte um….

Der Psalm 86

Der Psalm 86 ist ein persönliches Gebet Davids um Hilfe und Barmherzigkeit Gottes. Er bittet um Gottes Güte, Schutz und Orientierung in Bedrängnis, bekennt Gottes Größe und Treue, versichert Vertrauen und bittet um Antworten auf Gebet. Zentrale Themen: Gottes Barmherzigkeit, Treue, Gerechtigkeit, Zuflucht und Dankbarkeit.


86,1 Der Hilferuf eines Armen zu Gott
[Ein Gebet Davids.] Wende dein Ohr mir zu, erhöre mich, Herr! /
Denn ich bin arm und gebeugt.
2 Beschütze mich, denn ich bin dir ergeben! /
Hilf deinem Knecht, der dir vertraut!
3 Du bist mein Gott. Sei mir gnädig, o Herr! /
Den ganzen Tag rufe ich zu dir.
4 Herr, erfreue deinen Knecht; /
denn ich erhebe meine Seele zu dir.
5 Herr, du bist gütig und bereit zu verzeihen, /
für alle, die zu dir rufen, reich an Gnade.
6 Herr, vernimm mein Beten, /
achte auf mein lautes Flehen!
7 Am Tag meiner Not rufe ich zu dir; /
denn du wirst mich erhören.
8 Herr, unter den Göttern ist keiner wie du /
und nichts gleicht den Werken, die du geschaffen hast.
9 Alle Völker kommen und beten dich an, /
sie geben, Herr, deinem Namen die Ehre.
10 Denn du bist groß und tust Wunder; /
du allein bist Gott.
11 Weise mir, Herr, deinen Weg; /
ich will ihn gehen in Treue zu dir. Richte mein Herz darauf hin, /
allein deinen Namen zu fürchten!
12 Ich will dir danken, Herr, mein Gott, /
aus ganzem Herzen, /
will deinen Namen ehren immer und ewig.
13 Du hast mich den Tiefen des Totenreichs entrissen. /
Denn groß ist über mir deine Huld.
14 Gott, freche Menschen haben sich gegen mich erhoben, /
die Rotte der Gewalttäter trachtet mir nach dem Leben; /
doch dich haben sie nicht vor Augen.
15 Du aber, Herr, bist ein barmherziger und gnädiger Gott, /
du bist langmütig, reich an Huld und Treue.
16 Wende dich mir zu und sei mir gnädig, /
gib deinem Knecht wieder Kraft /
und hilf dem Sohn deiner Magd!
17 Tu ein Zeichen und schenke mir Glück! /
Alle, die mich hassen, sollen es sehen und sich schämen, /
weil du, Herr, mich gerettet und getröstet hast.

Als Gesangbuch des Volkes Gottes zeigen uns die Psalmen,
wie wir uns Gott im Gottesdienst nähern,
wie wir im Gebet zu ihm rufen und ihm ein neues Lied singen können.
Erstaunlicherweise sind die Psalmen das Gebetbuch,
mit dem Jesus aufgewachsen ist.

Die Psalmen singen von der Liebe Gottes,
denn jeder Tag ist ein Zeichen von Gottes Gnade.