Tagesevangelium vom 26. Juni 2026
Evangelium Matthäus 8, 1–4
Als Jesus von dem Berg herabstieg, folgten ihm viele Menschen nach.
Und siehe, da kam ein Aussätziger, fiel vor ihm nieder
und sagte: Herr, wenn du willst, kannst du mich rein machen.
Jesus streckte die Hand aus, berührte ihn und sagte: Ich will – werde rein!
Im gleichen Augenblick wurde der Aussätzige rein.
Jesus aber sagte zu ihm: Nimm dich in Acht!
Erzähl niemandem davon, sondern geh, zeig dich dem Priester
und bring das Opfer dar, das Mose angeordnet hat – ihnen zum Zeugnis!
…. Besinnliches zum heutigen Evangelium
8, 1 leitet Matthäus von der Bergpredigt zu den Wunderberichten der Kapitel 8–9 über: Die „vielen Menschen“, die seine Rede gehört haben, sollen jetzt Zeugen seines vollmächtigen Handelns sein. Dass Aussätzige rein werden, gehört nach Mt 11, 5 zu den Zeichen der messianischen Erfüllung. Der Aussätzige begrüßt Jesus als „Herrn“. Das versteht der Evangelist nicht als höfliche Formel, sondern als göttlichen Hoheitsnamen, und die Bitte des Aussätzigen als Gebetsruf, in dem bereits der Kyrie-Ruf der christlichen Gemeinde aufklingt. Auf dem Berg hatte Jesus sechsmal wiederholt: „Ich aber sage euch.“ Jetzt sagt er: „Ich will.“ Das Ich, das hier spricht, ist das des Menschensohnes, der Macht hat, um zu heilen und zu retten. Jesus will keine laute Propaganda (vgl. Mt 12, 18–21), deshalb befiehlt er dem Geheilten, zu schweigen. Den Priestern in Jerusalem aber soll das Opfer des Geheilten nicht nur ein Beweis seiner Heilung sein (wie die Übersetzung sagt), sondern ein Zeichen und Beweis dafür, dass Jesus gekommen ist, um die kranke Welt mit göttlicher Vollmacht zu heilen.
Lebe das, was du vom Evangelium verstanden hast.
Und wenn es noch so wenig ist. Aber lebe es.
(Roger Schulz)