Tagesevangelium vom 02. Juni 2026
Evangelium Markus 12, 13–17
In jener Zeit wurden einige Pharisäer und einige Anhänger des Herodes zu Jesus geschickt,
um ihn mit einer Frage in eine Falle zu locken. Sie kamen zu ihm und sagten:
Meister, wir wissen, dass du die Wahrheit sagst und auf niemanden Rücksicht nimmst;
denn du siehst nicht auf die Person, sondern lehrst wahrhaftig den Weg Gottes.
Ist es erlaubt, dem Kaiser Steuer zu zahlen, oder nicht?
Sollen wir sie zahlen oder nicht zahlen?
Er aber durchschaute ihre Heuchelei und sagte zu ihnen: Warum versucht ihr mich?
Bringt mir einen Denár, ich will ihn sehen. Man brachte ihm einen.
Er fragte sie: Wessen Bild und Aufschrift ist das? Sie antworteten ihm: Des Kaisers.
Da sagte Jesus zu ihnen: So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört!
Und sie waren sehr erstaunt über ihn.
…. Besinnliches zum heutigen Evangelium
Die scheinheilige Einleitung (V. 14) kann nicht über die Böswilligkeit der Frage hinwegtäuschen. Jesus wird als Meister angesprochen, der den Weg Gottes lehrt: Was sagt er zu der Kopfsteuer, die seit dem Jahr 6 n. Chr. von der römischen Besatzungsmacht erhoben wird? Die Fragesteller kommen sich schlau vor; jetzt muss Jesus sich entweder mit den Römern oder mit der Masse des jüdischen Volkes verfeinden. Die Antwort Jesu ist nicht bloß geschickt formuliert; sie sagt mehr, als die Fragesteller wissen wollten. Sie zwingt die Hörer zum Nachdenken: Was gehört eigentlich dem Kaiser, und was gehört Gott? Das Schwergewicht liegt auf der zweiten Frage. Nicht der Anspruch des Kaisers ist interessant, sondern der Anspruch Gottes.
Lebe das, was du vom Evangelium verstanden hast.
Und wenn es noch so wenig ist. Aber lebe es.
(Roger Schulz)