100 Körner

100 Körner
Nachdem der Bauer den Weizen auf seinem Feld geerntet hatte, war ein einzelnes Korn liegengeblieben. Es wusste, der Regen wird es in die Erde schwemmen und dann könnte aus ihm eine neue Pflanze wachsen. Doch da sah eine Ameise das Weizenkorn, packte es auf seine Schultern und trug es fort. Doch auf dem langen Weg bis zur Vorratskammer der Ameisen wurde das Weizenkorn immer schwerer. Da sagte das Weizenkorn: „Warum lässt du mich nicht einfach liegen?“ Die Ameise antwortete: “Wir sammeln Vorräte für den Winter und jede von uns muss mithelfen.“ Ja, das verstehe ich. Ich bin Nahrung für euch, aber nicht nur das, ich bin auch ein Samen. Durch die Lebenskraft, die in mir steckt, kann eine neue Pflanze wachsen – dazu bin ich da. Ich mache dir einen Vorschlag. Die Ameise war froh eine Pause zu machen, denn das Korn zu schleppen war sehr mühsam. Wie sieht dein Vorschlag aus? Ich verspreche Dir, wenn du mich jetzt nicht in die Vorratskammer trägst und auf mich verzichtest, dann bekommst du im nächsten Jahr 100 Körner dafür geschenkt. Das konnte die Ameise kaum glauben. „Liebe Ameise, du kannst mir glauben“. Die Vorstellung war für die Ameise sehr verlockend 100 Körner für ein einziges und sagt: “Das ist ein Wunder, doch wie willst du das schaffen?“. Das ist ein Geheimnis, das Geheimnis des Lebens. Mach ein kleines Loch in die Erde, leg mich hinein, bedecke mich mit Erde und komm in einem Jahr wieder her. Die Ameise kam nach einem Jahr zurück und staunte. Das Weizenkorn hatte sein Versprechen wirklich eingehalten. Es war eine prächtige Ähre gewachsen mit vielen reifen Früchten.
(nach einer Fabel von Leonardo da Vinci)


„SCHMUNZELIGES“
"Ich arbeite jeden Tag mit Tieren." "Ach wie schön! Sie haben bestimmt ein großes Herz!" "Ich bin Metzger.!

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