Maria, sei gegrüßt,
diesmal nicht von einem Engel,
sondern von mir.
Ich staune, Maria,
über so viel Zuversicht.
Mutiges Mädchen,
eines schönen Tages aus heiterem Himmel
einen Engel zu empfangen
und den Plänen Gottes zuzustimmen.
Ich staune Maria,
so einfach Gott einzulassen in dein Leben
Maria, sei gegrüßt,
diesmal nicht von einem Engel,
sondern von mir.
Stärke mich auf meinem Weg,
mutiger ins Leben zu gehen,
welches Gott in Händen hält.
Ich stelle mir vor, Maria,
dass du jung warst,
lebendig und voller Fragen.
Dass beim Wasserholen
dein schwarzes Haar im Winde wehte,
dass du mit andern
Mädchen am Brunnen lachtest,
deine Träume und Wünsche erzähltest,
und dass deine dunklen Augen
heimlich den Jungen
des Dorfes folgten.
Du wurdest mit Josef verlobt.
Ob du glücklich warst,
wissen wir nicht,
doch du maltest dir sicher
dein Leben aus
wie bei andern:
die Hochzeit, das Einssein mit Josef,
Kinder, Arbeit, Nachbarn, Feste -
alles im Glauben an Jahwe geregelt.
Doch ER klopfte plötzlich an.
Du ließest ihn ein,
und alles hat sich geändert.
Ich stelle mir vor, Maria,
dass dir oft elend war nach dem Ja,
dass du es am liebsten zurückgeholt hättest,
auch später als keiner mehr
über eure Voreile klatschte;
auch dann, als Jesus erwachsen wurde.
Dass du durchgehalten hast,
Maria, ich staune!
Wenn ich dich so vor mir sehe, Maria,
als Mensch, der sein Ja
immer mühsam erneuern muß,
hast du mir vieles zu sagen.
Ich grüße dich Maria,
Mädchen aus Nazaret,
und deinen Sohn, Jesus.
Ich grüße dich, Mutter Gottes!