Wenn ich auf meinen Personalausweis schaue, steht dort bei meinem Nachnamen „Hülskamp“ und bei meinen Vornamen „Aloys Josef Leonhard“. Mein ältester Onkel hieß Aloys. Er gilt seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs als vermisst. Mein Patenonkel trug den Namen Josef, und mein Großvater väterlicherseits hieß Leonhard.
Heute ist der Namenstag von Leonhard. Wer war eigentlich der heilige Leonhard und wofür ist er bekannt?
Der heilige Leonhard – Ein Mensch, der sich für andere einsetzte
Der heilige Leonhard lebte vor ungefähr 1.500 Jahren in Frankreich. Er stammte aus einer wohlhabenden Familie, entschied sich aber dafür, sein Leben in den Dienst Gottes und anderer Menschen zu stellen.
Besonders am Herzen lagen ihm Menschen, die gefangen gehalten wurden. Damals waren Gefangene oft unter sehr schlechten Bedingungen eingesperrt. Leonhard setzte sich für sie ein und half vielen, ihre Freiheit wiederzuerlangen.
Er lebte später als Einsiedler und gründete ein Kloster. Auch Tiere waren ihm wichtig. Er kümmerte sich um sie und setzte sich für einen respektvollen Umgang mit ihnen ein.
Warum ist Leonhard der Schutzpatron der Pferde?
Im Laufe der Jahrhunderte wurde Leonhard besonders als Beschützer der Pferde und anderer Nutztiere verehrt. Deshalb wird er oft mit einer Kette, einem Abtstab und einem Pferd dargestellt.
Am 6. November feiern Christen seinen Gedenktag. In vielen Orten gibt es Leonhardiritte. Dabei ziehen festlich geschmückte Pferde und Reiter durch die Straßen. Anschließend werden die Tiere gesegnet.
Die Geschichte des heiligen Leonhard ist auch heute noch aktuell. Sie erinnert uns daran:
- Freiheit ist wertvoll: Jeder Mensch verdient ein Leben in Würde und Freiheit.
- Hinschauen statt wegsehen: Wir sollten Menschen helfen, die in schwierigen Situationen sind.
- Verantwortung übernehmen: Tiere und die Natur verdienen unseren Schutz.
- Für andere einstehen: Es braucht Mut, sich für Menschen einzusetzen, die selbst keine starke Stimme haben.