Tagesevangelium vom 14. Oktober 2026
Evangelium Lukas 11, 42–46
In jener Zeit sprach Jesus: Weh euch Pharisäern!
Ihr gebt den Zehnten von Minze, Gewürzkraut und allem Gemüse
und geht am Recht und an der Liebe Gottes vorbei.
Man muss das eine tun, ohne das andere zu unterlassen. Weh euch Pharisäern!
Ihr liebt den Ehrenplatz in den Synagogen und wollt auf den Straßen und Plätzen gegrüßt werden.
Weh euch: Ihr seid wie Gräber, die man nicht mehr sieht;
die Leute gehen darüber, ohne es zu merken.
Darauf erwiderte ihm ein Gesetzeslehrer:
Meister, mit diesen Worten beleidigst du auch uns.
Er antwortete: Weh auch euch Gesetzeslehrern!
Ihr ladet den Menschen unerträgliche Lasten auf,
selbst aber rührt ihr die Lasten mit keinem Finger an.
…. Besinnliches zum heutigen Evangelium
In Mt 23 stehen sieben Wehrufe, die sich gegen Schriftgelehrte (Gesetzeslehrer) und Pharisäer gemeinsam richten. Lukas hat drei Wehrufe gegen die Pharisäer und drei gegen die Schriftgelehrten. Nicht alle Pharisäer waren Gesetzeslehrer, aber die wichtigsten Gesetzeslehrer gehörten der pharisäischen Richtung an. In diesen Kreisen legte man größten Wert auf gewissenhafte Beobachtung des mosaischen Gesetzes. Bis in die letzten Kleinigkeiten war das Leben von den Vorschriften des Gesetzes bzw. der Gesetzeslehrer geregelt. Schließlich wurde das Gesetz zum Selbstzweck, über dem man oft genug den eigentlichen Gotteswillen, dessen Ausdruck das Gesetz war, vergaß: die Gerechtigkeit und die Liebe (V. 42). Wo aber diese fehlen, wird alle Gesetzestreue zur leeren Formel. Für Jesus waren Gesetz und Liebe keine Gegensätze: die Liebe – sie allein – erfüllt das Gesetz.
Lebe das, was du vom Evangelium verstanden hast.
Und wenn es noch so wenig ist. Aber lebe es.
(Roger Schulz)