mit den Augen suchen

Abendimpuls

Gott, lass mich die Menschen
nicht mit den Augen suchen,
sondern mit dem Herzen.
Schenke mir Liebe,
die Brücken baut,
Geduld, die versteht,
und ein offenes Herz,
das andere Herzen berührt.
Denn nur der Liebe
öffnen sich die Herzen.

Die Laterne
Es war einmal ein Junge, der einen langen Weg im Dunkeln zurücklegen musste, um zu seinem Dorf zu gelangen. In seiner Hand trug er eine kleine Laterne, die nur wenig Licht spendete. Gerade einmal zwei Meter weit konnte er den Weg vor sich erkennen. Die Dunkelheit um ihn herum machte ihm Angst. Immer wieder blieb er stehen und fragte sich, ob er seinen Weg wohl finden und sicher nach Hause gelangen würde. Da kam ihm ein alter Mann entgegen. Er bemerkte, wie zögernd der Junge voranging, und fragte ihn: „Warum gehst du so langsam und unsicher?“ Der Junge antwortete: „Ich habe Angst. Meine Laterne leuchtet nur zwei Meter weit. Wie soll ich bei dieser Dunkelheit den ganzen Weg bis zu meinem Dorf finden?“ Der alte Mann lächelte und sagte: „Du musst nicht den ganzen Weg auf einmal sehen. Schau einfach auf das Licht, das dir deine Laterne schenkt. Es geht mit jedem Schritt, den du machst, mit dir. Immer wird sie dir die nächsten zwei Meter deines Weges zeigen.“ Der Junge dachte einen Moment darüber nach. Dann setzte er seinen Weg fort – Schritt für Schritt, immer dem Licht seiner Laterne folgend. Und tatsächlich: Mit jedem Schritt bewegte sich auch das Licht mit ihm. So musste er nie mehr sehen, als für den nächsten Schritt nötig war. Nach einer Weile konnte der Junge die ersten Lichter seines Dorfes erkennen. Er hatte sein Ziel erreicht – sicher und wohlbehalten. Von diesem Tag an wusste er: Man muss nicht den ganzen Weg kennen, um ihn gehen zu können. Es genügt, den nächsten Schritt im Vertrauen zu machen.

Nicht mit der Laterne, mit dem Herzen suche die Menschen,
denn der Liebe allein öffnen die Menschen ihre Herzen.

(Peter Rosegger)

Herr, auf dich vertraue ich,
in deine Hände lege ich mein Leben.

Eine ruhige Nacht und ein gutes Ende
gewähre uns der allmächtige Herr. Amen.


Schlafe gut, Aloys

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert