Gott des Friedens,
wir denken an die Opfer von Krieg, Gewalt und Zerstörung.
Wir tragen ihr Leid in unserem Herzen
und bitten dich: Lass uns niemals vergessen.
Schenke den Menschen Frieden,
den Völkern Versöhnung
und den Verantwortlichen Mut zur Abrüstung.
Bewahre unsere Welt vor den Schrecken von Atomwaffen
und schenke uns die Kraft,
für eine Zukunft ohne Krieg und Gewalt einzustehen.
Lass aus der Erinnerung Verantwortung wachsen,
aus Trauer Hoffnung
und aus Hoffnung Frieden.
Amen.
Gedenken und Mahnung
Der 6. August 1945 ist ein Tag, der tief im kollektiven Gedächtnis verankert ist. An diesem Tag wurde die Atombombe mit dem Codenamen „Little Boy“ von dem US-amerikanischen Bomber Enola Gay über Hiroshima abgeworfen. Innerhalb weniger Minuten starben Zehntausende Menschen. Viele weitere erlagen in den folgenden Wochen, Monaten und Jahren ihren Verletzungen und den Folgen der radioaktiven Strahlung.
Die Zerstörung Hiroshimas machte der Welt auf erschütternde Weise die verheerende Wirkung von Atomwaffen bewusst. Nur drei Tage später, am 9. August 1945, wurde eine zweite Atombombe über Nagasaki abgeworfen. Auch dort verloren Zehntausende Menschen ihr Leben. Die beiden Atombombenabwürfe trugen zum Ende des Krieges im Pazifik bei und gingen der Kapitulation Japans am 15. August 1945 voraus.
Der 6. August ist heute ein Tag des Gedenkens und der Mahnung. Er erinnert an die Opfer der Atombombenabwürfe, an das unermessliche Leid der Menschen und an die Schrecken des Krieges. Zugleich mahnt er uns, die Gefahren von Atomwaffen und anderen Massenvernichtungswaffen niemals zu unterschätzen.
Der Hiroshima-Gedenktag steht deshalb weltweit für die Hoffnung auf Frieden, für internationale Verständigung und für die Notwendigkeit, sich für Abrüstung und eine Welt ohne Atomwaffen einzusetzen. Das Gedenken an die Opfer ist damit zugleich ein Auftrag an die Gegenwart und Zukunft: Nie wieder Krieg – und nie wieder Hiroshima.