guten aufrechten Menschen

„Die beiden Portale“
„Es waren einmal zwei Brüder, es könnten aber auch zwei Schwestern gewesen sein, die beide davon träumten, berühmt zu werden. Eines Nachts hatten beide den gleichen Traum: Eine gütige Fee erschien ihnen und führte einen jeden von ihnen in eine hohe Halle, an deren Ende sich zwei Portale befanden. Sie sprach zu jedem von ihnen: „Schau Dir die beiden Portale genau an und dann entscheide Dich, durch welche Tür Du diese Halle verlassen willst!“ Das eine Portal hatte in der Mitte eine Tür, die war hoch und prächtig und mit goldenen Beschlägen verziert. Fürstlich fühlte sich jeder, wenn er durch die hindurchschritt. Auf der rechten und der linken Seite dieser Tür befanden sich zwei kleine Türen, durch die man nur gebückt hindurchgehen konnte. Das andere Portal hatte in der Mitte eine kleine Tür und rechts und links neben der Tür waren zwei große, prächtige Türen zu sehen. Die beiden Brüder waren sich in ihrem Traum unsicher und fragten daher die gütige Fee, was die beiden Portale zu bedeuten hätten. „Ganz einfach“, antwortete sie jedem von ihnen, „durch das eine Portal kannst nur DU aufrecht schreiten und alle anderen neben Dir müssen gebückt durch die beiden kleinen Türen gehen. Durch das andere Portal kannst nur DU gebückt gehen, die anderen Menschen neben Dir aber schreiten aufrecht hindurch.“ Bis zu dieser Stelle hatten die beiden Brüder denselben Traum. Doch der eine entschied sich dafür, aufrecht und prächtig schreitend durch das mittlere Portal zu gehen, denn er dachte bei sich: „Mögen doch die Anderen den Kopf einziehen und sich klein machen.“ Der andere entschied sich dagegen für die kleine Pforte, denn er sprach zu sich: „Das will ich keinem neben mir zumuten, dass er wegen mir den Kopf einziehen muss. Denn wer die anderen neben sich klein macht, ist niemals groß.“ Beide wurden berühmt in dieser Welt. Als der eine zu Grabe getragen wurde, schüttelten die Menschen den Kopf und sagten: „Gut, dass es ihn nicht mehr gibt! Als aber der andere zu Grabe getragen wurde, weinten die Menschen und sprachen: „Schade um diesen guten aufrechten Menschen!“

„Schmunzeliges“
Herr Müller, während Ihrer Abwesenheit was jemand da, der eine fürchterliche Wut auf Sie hatte und Sie verprügeln wollte.“ – „Und was haben Sie ihm gesagt?“ – „Ich sagte, es täte mir ehrlich leid, dass Sie gerade in die Stadt gefahren wären!“


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