Tagesevangelium

….. Tagesevangelium vom 15. Oktober 2025

Evangelium Johannes 15, 1–8


In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater ist der Winzer.
Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, schneidet er ab
und jede Rebe, die Frucht bringt, reinigt er, damit sie mehr Frucht bringt.
Ihr seid schon rein kraft des Wortes,das ich zu euch gesagt habe.
Bleibt in mir und ich bleibe in euch.
Wie die Rebe aus sich keine Frucht bringen kann,
sondern nur, wenn sie am Weinstock bleibt, so auch ihr, wenn ihr nicht in mir bleibt.
Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben.
Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht;
denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen.
Wer nicht in mir bleibt, wird wie die Rebe weggeworfen und er verdorrt.
Man sammelt die Reben, wirft sie ins Feuer und sie verbrennen.
Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben,
dann bittet um alles, was ihr wollt: Ihr werdet es erhalten.
Mein Vater wird dadurch verherrlicht, dass ihr reiche Frucht bringt und meine Jünger werdet.

…. Besinnliches zum heutigen Evangelium:
Jesus ist der wahre Weinstock, wie er das wahre Licht ist und der gute Hirt und das lebendige Brot. Er ist die urbildliche Wirklichkeit, von der alles Geschaffene ein Gleichnis ist. In der Rede Jesu vom Weinstock gehen Gleichnis und Wirklichkeit ineinander über. Die gemeinte Wirklichkeit ist die lebensnotwendige Verbindung: Der Rebzweig ist nichts ohne die lebendige Einheit mit dem Weinstock. Nur wer in der Einheit bleibt, hat das Leben. Die Mahnung „Bleibt in mir!“ (15, 4) wird in 15, 9 ergänzt und verdeutlicht durch das Wort: „Bleibt in meiner Liebe!“; in 15, 17 heißt es dafür: „Liebt einander!“ Die Liebe, die hier gemeint ist, ist die Treue des Glaubens; nur der liebende Glaube ist fruchtbar. Der Glaube kommt vom Hören und Aufnehmen des Wortes; in Jesus spricht uns Gott selbst an und fordert uns. Das Wort macht uns rein (15, 3): nicht dadurch, dass wir es auseinandernehmen und untersuchen, sondern dadurch, dass wir unser zwiespältiges Leben von der Kraft des Wortes Jesu sammeln und verwandeln lassen. Und nicht nur das gesprochene Wort ist Wort; auf vielfache Weise nimmt Gott den Menschen in seine Schule, um ihn rein und reif zu machen.


Psalm 39 Vergänglichkeit

Der Psalm 39
Psalm 39 ist ein Klagesang, in dem der Beter seine Vergänglichkeit und die Vergänglichkeit des Lebens vor Gott klagt. Er bittet um Erkenntnis seiner Endlichkeit, spricht darüber, dass menschliches Leben wie ein Hauch ist und sich ohne Sinn schnell verläuft. Der Psalmist bittet um Schutz vor Spott und Umkehr der eigenen Worte, erkennt die Torheit des eigenen Redens und sucht Gottes Gnade und Hilfe. Am Ende hofft er auf Gottes Eingreifen und bittet um ein erwachsenes, rechtschaffenes Leben, damit er vor Gott bestehen kann.

39,1 Die Not des vergänglichen Menschen
[Für den Chormeister. Von Jedutun. Ein Psalm Davids.]
2 Ich sagte: Ich will auf meine Wege achten, /
damit ich nicht sündige mit meiner Zunge. Ich lege meinem Mund einen Zaum an, /
solange der Frevler vor mir steht.
3 So blieb ich stumm und still; /
ich schwieg, vom Glück verlassen, /
doch mein Schmerz war aufgerührt.
4 Heiß wurde mir das Herz in der Brust, /
bei meinem Grübeln entbrannte ein Feuer; /
da musste ich reden:
5 Herr, tu mir mein Ende kund und die Zahl meiner Tage! /
Lass mich erkennen, wie sehr ich vergänglich bin!
6 Du machtest meine Tage nur eine Spanne lang, /
meine Lebenszeit ist vor dir wie ein Nichts. /
Ein Hauch nur ist jeder Mensch. [Sela]
7 Nur wie ein Schatten geht der Mensch einher, /
um ein Nichts macht er Lärm. /
Er rafft zusammen und weiß nicht, wer es einheimst.
8 Und nun, Herr, worauf soll ich hoffen? /
Auf dich allein will ich harren.
9 Entreiß mich allen, die mir Unrecht tun, /
und überlass mich nicht dem Spott der Toren!
10 Ich bin verstummt, ich tue den Mund nicht mehr auf. /
Denn so hast du es gefügt.
11 Nimm deine Plage weg von mir! /
Unter der Wucht deiner Hand vergehe ich.
12 Du strafst und züchtigst den Mann wegen seiner Schuld, /
du zerstörst seine Anmut wie Motten das Kleid, /
ein Hauch nur ist jeder Mensch. [Sela]
13 Hör mein Gebet, Herr, vernimm mein Schreien, /
schweig nicht zu meinen Tränen! Denn ich bin nur ein Gast bei dir, /
ein Fremdling wie all meine Väter.
14 Wende dein strafendes Auge ab von mir, /
sodass ich heiter blicken kann, /
bevor ich dahinfahre und nicht mehr da bin.

Es gibt Menschen, die haben noch nie gebetet und wollen es lernen.
Es gibt auch Gläubige, die vergessen haben, wie das funktioniert, und die sich erinnern wollen.
Die Psalmen des Alten Testaments können eine Schule des Betens sein.
Es geht um eine Hinwendung zu Gott - in Form von Klagen, Bitten, Dank und Lobpreis.

Die Psalmen singen von der Liebe Gottes,
denn jeder Tag ist ein Zeichen von Gottes Gnade.