zum Wohle aller

Die Insel
In einem großen Ozean, weit, weit weg, lagen viele Inseln. Sie waren sehr unterschiedlich: Eine Insel war sehr groß, auf ihr wuchsen viele bunte Blumen und Palmen, eine andere Insel war sehr klein und hatte einen langen weißen Strand. Eine weitere Insel war sehr schroff und rau mit Steinen und Geröll, eine andere war sehr öde und leer und bestand nur aus Steppe und Sand. Manche Inseln waren miteinander befreundet, tauschten sich aus, ließen Pflanzen und Tiere gedeihen und freuten sich über ihr schönes Leben. Andere Inseln waren zornig und neidisch, gönnten den anderen Inseln ihren Reichtum und ihre Schönheit nicht und waren sehr darauf bedacht, das wenige, das sie besaßen, für sich selbst zu behalten. Und es gab unsere kleine Insel: Fröhlich, neugierig und unbedarft, zu allen freundlich und immer noch im Wachstum. Ja, das wusstet ihr sicher noch nicht: Auch Inseln können wachsen! Unsere kleine Insel sah schon lange, wie die anderen Inseln sich stritten oder prahlten und sich immer mehr voneinander abgrenzten. Das machte sie sehr traurig. Und weil sie so traurig war, beugte sie ihren Kopf und schaute hinunter ins Meer. Das hatte vor ihr noch nie jemand getan. Als sie eine Weile so geschaut hatte, bemerkte sie etwas Eigenartiges: Je weiter sie auf dem Meeresgrund entlang schaute, desto mehr sah sie, dass all die verschiedenen Inseln ja eigentlich miteinander verbunden waren. Sie hatten alle den gleichen Grund und Boden. Nur weil das Meer zwischen ihnen lag und darum nur ein kleiner Teil von ihnen an der Oberfläche sichtbar war, glaubten sie, dass sie voneinander getrennt waren. Aber in Wirklichkeit stimmte das ja gar nicht! Die kleine Insel hob freudig ihren Kopf und wollte diese wunderbare Neuigkeit allen anderen Inseln mitteilen. Aber viele reagierten abweisend und sagten, dass das ja wohl nicht sein kann und die kleine Insel sei wohl verrückt geworden. Nur ein paar bescheidene und stille Inseln dachten darüber nach und plötzlich fing die eine oder andere Insel an, selbst auf den Grund zu schauen. Und ja – die kleine Insel hatte recht! Sie waren tatsächlich in der Tiefe alle miteinander verbunden! Von nun an erzählten alle Inseln, die den Blick in die Tiefe gewagt hatten und es selbst erlebt hatten, von der neuen Wahrheit. Sie begannen mehr und mehr, alles miteinander zu teilen und sich gegenseitig zu unterstützen. Denn nun wussten sie ja: Was sie für den einen tun, tun sie im Grunde zum Wohle aller.

„Schmunzeliges“
„Meister ich wäre sehr froh, wenn Sie mich porträtieren würden. Aber nur unter der Bedingung, dass das Bild mir ähnlich sieht.“ – „Gerne, gnädige Frau. Aber nur unter der Bedingung, dass Sie es dann auch nehmen!“


Tagesevangelium

Tagesevangelium vom 31. Januar 2026

Evangelium Matthäus 18, 1–5


In jener Stunde kamen die Jünger zu Jesus und fragten: Wer ist denn im Himmelreich der Größte?
Da rief er ein Kind herbei, stellte es in ihre Mitte
und sagte: Amen, ich sage euch: Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder,
werdet ihr nicht in das Himmelreich hineinkommen.
Wer sich so klein macht wie dieses Kind, der ist im Himmelreich der Größte.
Und wer ein solches Kind in meinem Namen aufnimmt, der nimmt mich auf.

…. Besinnliches zum heutigen Evangelium
Die Reden und Weisungen Jesu, die Matthäus in Kap. 18 zusammengefasst hat, hat man als „Gemeindeordnung“ oder als „Hausordnung Gottes“ bezeichnet. Die Rede ist an die Jünger gerichtet. Mit „Jünger“ sind hier aber nicht nur die Wenigen gemeint, die damals in der unmittelbaren Nachfolge Jesu standen; der Evangelist hat die Jüngergemeinde seiner eigenen Zeit, die nachösterliche Kirche, im Blick. In jeder Zeit muss neu an das Grundgesetz erinnert werden, das Jesus für seine Jünger aufgestellt hat. Immer ist eine tief greifende Bekehrung notwendig, ein neues Denken und Verhalten, wenn ein Mensch dem Gesetz Christi entsprechen will. Die Forderung, wir sollen wie die Kinder werden, verlangt von uns eine absolute Wahrhaftigkeit vor Gott und vor uns selbst. Das Kind weiß, dass es klein und schwach ist, dass es völlig von der Liebe und Gunst der Großen abhängt. Aber gerade in dieser Schwachheit des Kindes liegt seine unwiderstehliche Macht. Wer es fertig bringt, zu werden wie ein Kind, der hat alles gewonnen.

Lebe das, was du vom Evangelium verstanden hast.
Und wenn es noch so wenig ist. Aber lebe es.

(Roger Schulz)


vorhin und gleich

… vorhin habe ich zwei ganz liebe Menschen im Krankenhaus besucht. Gleich taufe ich den kleinen Fynn, danach begleite ich eine Familie, die um ihren 57jährigen Ehemann, Sohn, Bruder, … trauert.
Herzliche Grüße, Aloys

Wie können wir in der Gegenwart Gottes leben?
Im Staunen über all seine Spuren um uns herum.

(Brennan Mannig)

„Schmunzeliges“
Reisender zum Schaffner: „Wie lange hält der Zug?“ – „Bei guter Pflege 25 Jahre.“

Wer immer allen Erwartungen nachkommen will,
wird seine Grenzen bald schmerzhaft spüren.
Doch wer seine eigene Mitte hat, kann über seine Grenzen hinauswachsen.
Und wer seine Grenze kennt, kann auf den anderen zugehen
und ihm wirklich begegnen.
(Anselm Grün)

Wo keine Liebe ist, bringen Sie Liebe hin
und Sie werden Liebe finden.

(Johannes von Kreuz)

Lieber Gott,
Mein Gebet, meine Anbetungen,
mein Leben und mein Tod gehören dir.
Mein Herz und Ich sind dir verschrieben.
Dem Schöpfer aller Welten
Hinter Wolke sieben.

Lieber Gott,
Die Aufgaben eines Gottes kannst nur du erfüllen
und nur du kannst alles Böse enthüllen.
Denn keiner besitzt solch eine Kraft wie du.
Und schon gar nicht erst die Ruh.