Tagesevangelium

Tagesevangelium vom 04. Mai 2026

Evangelium Johannes 14, 21–26

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt;
wer mich aber liebt, wird von meinem Vater geliebt werden
und auch ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren.
Judas – nicht der Iskáriot – fragte ihn:
Herr, wie kommt es, dass du dich nur uns offenbaren willst und nicht der Welt?
Jesus antwortete ihm: Wenn jemand mich liebt, wird er mein Wort halten;
mein Vater wird ihn lieben und wir werden zu ihm kommen und bei ihm Wohnung nehmen.
Wer mich nicht liebt, hält meine Worte nicht.
Und das Wort, das ihr hört, stammt nicht von mir,
sondern vom Vater, der mich gesandt hat.
Das habe ich zu euch gesagt, während ich noch bei euch bin.
Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird,
der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.

…. Besinnliches zum heutigen Evangelium

In der Frage des Judas Thaddäus (V. 22) steckt zunächst das Erschrecken darüber, dass Jesus sich nicht, national-messianischen Erwartungen entsprechend, als König Israels machtvoll vor der Welt präsentieren (offenbaren) will. Nur die Jünger „sehen“ ihn (vgl. V. 19). Jesus gibt auf die Frage des Judas keine direkte Antwort. Auch nicht auf die Frage, die der Evangelist selbst aus der Frage des Judas wohl herausgehört hat: Warum hat die Welt Jesus nicht als den Messias erkannt? Der Jünger soll zunächst seine eigene Situation begreifen. Von der „Welt“ unterscheidet ihn die Tatsache, dass er das offenbarende Wort gehört und dass er geantwortet hat. Dadurch hat er Gemeinschaft mit Gott. Das Wort festhalten bzw. sich an ihm festhalten, in der Antwort bleiben und sich bewähren, das ist die Liebe, die Jesus vom Jünger verlangt. Wer so in der Liebe bleibt, der hat nicht nur seine Wohnung im Haus des Vaters (vgl. 14, 2); er selbst wird – jetzt schon – zur lebendigen Wohnung des dreifaltigen Gottes.

Lebe das, was du vom Evangelium verstanden hast.
Und wenn es noch so wenig ist. Aber lebe es.

(Roger Schulz)

sich wohl fühlen

Lebenskunst
Es war einmal ein Karpfen, der für einen Augenblick seinen Kopf aus dem Wasser hob und am Rande des Teiches einen Hasen sitzen sah. „Du armer Hase“, sprach er, „wie kann es dir nur gut gehen, wo du immer durch Feld und Wald springen musst und niemals ein erfrischendes Bad nehmen kannst.“ „Ach“, antwortete der Hase, „ich fühle mich in meinem Leben sehr wohl. Ich genieße das frische Gras, das mich sättigt, und freue mich über die saftigen Wiesen, über die ich hoppeln kann. Eigentlich tust du mir leid, dass du immer im Wasser herumschwimmen musst und die Herrlichkeit von Wald und Flur nicht genießen kannst.“
Das ist Lebenskunst: Sich mit den Möglichkeiten, die einem zur Verfügung stehen, so einzurichten, dass man sich wohl fühlt.

Wohlstand ist das Durchgangsstadium
auf dem Weg von der Armut zur Unzufriedenheit.

(Helmut Nahr)

Ein Strauß Margariten, lauter Sonnen im Zimmer,
jede Einzelnen lacht mich an und wünscht:
Guten Morgen! Ich lache zurück und freue mich am Leben.
(Angela Römer)

„Schmunzeliges“
Die Fliegenmama gibt ihren Kindern Unterricht: „Nennt mir ein paar liebe, friedliche Tiere.“ – „Der Löwe, der Tiger, der Panther!“ – „Gut. Und nun nennt mir einige wilde, gefährliche Tiere!“ – „Die Schwalbe, die Amsel, die Drossel!“

Nicht das Verlangen nach einem besseren Leben ist schlecht,
sondern falsch ist ein Lebensstil, der vorgibt,
dann besser zu sein, wenn er auf das Haben
und nicht auf das Sein ausgerichtet ist.

(Johannes Paul II.)