wo man Engel sieht

Wo man Engel sieht
Wenn sich ein Regenbogen über den Himmel spannt,
dann gehen die Engel darauf über das Land.
Wenn ein silberner Stern durch die Wolken schnuppt,
kann es sein, dass er sich als Engel entpuppt.
Wenn uns am Abend die Sonne rot brennend verlässt,
dann feiern die Engel über den Bergen ein Fest.
Und wenn’s leise flüstert: „Ich hab dich gern!“,
dann ist ein Engel gar nicht so fern.
(Andrea Schacht)

Ich bin dankbar – aber nicht,
weil es vorteilhaft ist, sondern weil es mir Freude macht.

(Seneca)

Ich bin dankbar – aber nicht,
weil es vorteilhaft ist,
sondern weil es mir Freude macht.

(Seneca)

Wenn du den Weg finden willst,
den Gott dir im Leben zugedacht hat,
musst du im Stimmengewirr unserer Tage
die Stimme Gottes heraushören.
Es ist oft nicht die lauteste Stimme,
denn es ist die Stimme der Liebe;
und Liebe ist nicht laut und aufdringlich,
sondern leise, behutsam, einladend.
Gott kann durch alles und jeden sprechen:
im Gebet, durch ein Wort der Bibel,
das dich nicht mehr loslässt,
durch Menschen, Kritik,
Scheitern und Misserfolge,
durch innere Stimmungen und Talente.
Aber du brauchst ein waches Herz,
ein Herz, das hören kann.
(nach Michael Theuerl)

„Schmunzeliges“
Fragt der Lehrer den neuen Schüler: „Wie heißt du?“ „Benedikt Meier.“ – „Was ist dein Vater?“ – „Alles, was auf den Tisch kommt!“

Es gibt bereits alle guten Vorsätze,
wir brauchen sie nur anzuwenden.

(Blaise Pascal)

Ich bin die Hoffnung

"Ich bin die Hoffnung."
Es war einmal eine kleine Frau, die einen staubigen Feldweg entlanglief. Sie war offenbar schon sehr alt, doch ihr Gang war leicht und ihr Lächeln hatte den frischen Glanz eines unbekümmerten Mädchens. Bei einer zusammengekauerten Gestalt, die am Wegesrand saß, blieb sie stehen und sah hinunter. Das Wesen, das da im Staub des Weges saß, schien fast körperlos. Es erinnerte an eine graue Decke mit menschlichen Konturen. Die kleine Frau beugte sich zu der Gestalt hinunter und fragte: "Wer bist du?" Zwei fast leblose Augen blickten müde auf. "Ich? Ich bin die Traurigkeit", flüsterte die Stimme stockend und so leise, dass sie kaum zu hören war. "Ach die Traurigkeit!" rief die kleine Frau erfreut aus, als würde sie eine alte Bekannte begrüßen. "Du kennst mich?" fragte die Traurigkeit misstrauisch. "Natürlich kenne ich dich! Immer wieder einmal hast du mich ein Stück des Weges begleitet." "Ja aber...", argwöhnte die Traurigkeit, "warum flüchtest du dann nicht vor mir? Hast du denn keine Angst?" "Warum sollte ich vor dir davonlaufen, meine Liebe? Du weißt doch selbst nur zu gut, dass du jeden Flüchtigen einholst. Aber, was ich dich fragen will: Warum siehst du so mutlos aus?" "Ich..., ich bin traurig", sagte die graue Gestalt. Die kleine, alte Frau setzte sich zu ihr. "Traurig bist du also", sagte sie und nickte verständnisvoll mit dem Kopf. "Erzähl mir doch, was dich so bedrückt." Die Traurigkeit seufzte tief. "Ach, weißt du", begann sie zögernd und auch verwundert darüber, dass ihr tatsächlich jemand zuhören wollte, "es ist so, dass mich einfach niemand mag. Es ist nun mal meine Bestimmung, unter die Menschen zu gehen und für eine gewisse Zeit bei ihnen zu verweilen. Aber wenn ich zu ihnen komme, schrecken sie zurück. Sie fürchten sich vor mir und meiden mich wie die Pest." Die Traurigkeit schluckte schwer. "Sie haben Sätze erfunden, mit denen sie mich bannen wollen. Sie sagen: 'Papperlapapp, das Leben ist heiter.' und ihr falsches Lachen führt zu Magenkrämpfen und Atemnot. Sie sagen: 'Gelobt sei, was hart macht.' und dann bekommen sie Herzschmerzen. Sie sagen: 'Man muss sich nur zusammenreißen.' und sie spüren das Reißen in den Schultern und im Rücken. Sie sagen: 'Nur Schwächlinge weinen.' und die aufgestauten Tränen sprengen fast ihre Köpfe. Oder aber sie betäuben sich mit Alkohol und Drogen, damit sie mich nicht fühlen müssen." "Oh ja", bestätigte die alte Frau, "solche Menschen sind mir auch schon oft begegnet..." Die Traurigkeit sank noch ein wenig mehr in sich zusammen. "Und dabei will ich den Menschen doch nur helfen. Wenn ich ganz nah bei ihnen bin, können sie sich selbst begegnen. Ich helfe ihnen, ein Nest zu bauen, um ihre Wunden zu pflegen. Wer traurig ist hat eine besonders dünne Haut. Manches Leid bricht wieder auf wie eine schlecht verheilte Wunde und das tut sehr weh. Aber nur, wer die Trauer zulässt und all die ungeweinten Tränen weint, kann seine Wunden wirklich heilen. Doch die Menschen wollen gar nicht, dass ich ihnen dabei helfe. Stattdessen schminken sie sich ein grelles Lachen über ihre Narben. Oder sie legen sich einen dicken Panzer aus Bitterkeit zu." Die Traurigkeit schwieg. Ihr Weinen war erst schwach, dann stärker und schließlich ganz verzweifelt. Die kleine, alte Frau nahm die zusammengesunkene Gestalt tröstend in ihre Arme. Wie weich und sanft sie sich anfühlt, dachte sie und streichelte zärtlich das zitternde Bündel. "Weine nur, Traurigkeit", flüsterte sie liebevoll, "ruh dich aus, damit du wieder Kraft sammeln kannst. Du sollst von nun an nicht mehr alleine wandern. Ich werde dich begleiten, damit die Mutlosigkeit nicht noch mehr Macht gewinnt." Die Traurigkeit hörte auf zu weinen. Sie richtete sich auf und betrachtete erstaunt ihre neue Gefährtin: "Aber..., aber – wer bist eigentlich du?" "Ich?" sagte die kleine, alte Frau schmunzelnd. "Ich bin die Hoffnung."

dafür setzen wir uns ein

Wir wollen aufsteh'n, aufeinander zugeh'n
Wir wollen aufsteh'n, aufeinander zugeh'n,
voneinander lernen, miteinander umzugeh'n.
Aufsteh'n, aufeinander zugeh'n und uns nicht entfernen,
wenn wir etwas nicht versteh'n.
Viel zu lange rumgelegen, viel zu viel schon diskutiert.
Es wird Zeit sich zu bewegen, höchste Zeit, dass was passiert!
Jeder hat was einzubringen, diese Vielfalt...wunderbar!
Neue Lieder woll´n wir singen, neue Texte laut & klar!
Diese Welt ist uns gegeben, wir sind alle Gäste hier.
Wenn wir nicht zusammenleben, kann die Menschheit nur verliern.
Dass aus Fremden Nachbarn werde, das geschieht nicht von allein.
Dass aus Nachbarn Freunde werden, dafür setzen wir uns ein!


Das Alter ist für mich kein Gefängnis,
in das man eingesperrt ist,
sondern ein Balkon,
von dem man weiter sieht.

(Marie Luise Kaschnitz)

„Schmunzeliges“
Drei Damen halten ein Kaffeekränzchen ab, werden aber immer wieder vom geschwätzigen Papagei unterbrochen. Meint eine von ihnen: „ „So ein vorlautes Tier hätte ich schon längst verkauft.“ Seufzt die Gastgeberin: „Ich auch, aber er weiß zu viel!“

In der Rose erkenne ich Leben.
Sie entfaltet sich Blatt für Blatt bis zur vollen Blüte.
Und immer wirkt sie bezaubernd schön auf mich, obwohl sie verblühen wird.
Auch unser Leben, wenn es lebendig ist, entfaltet sich Jahr für Jahr bis zur vollen Reife.
Und immer wird es wertvoller werden, obwohl wir älter werden.
(Hannelore Tschiedel)