15. September 7 Schmerzen Mariens

Die 7 Schmerzen Mariens (oder Sieben Schmerzen Mariens) beziehen sich auf die Leidensstationen, die Maria, die Mutter Jesu, während des Leidens und Sterbens ihres Sohnes durchlebte und an denen sie standhaft an seiner Seite litt. Ihr Gedenktag ist der 15. September. Dieser Tag wurde 1814 von Papst Pius VII. für die Gesamtkirche eingeführt.

1. Prophezeiung des Simeon:
Maria soll innere Schmerzen erleben, weil der Blick auf unseren Erlöser ihr zukünftiges Leid ankündigt; Vertrauen und Hingabe trotz Leid.
2. Flucht nach Ägypten:
Mut und Fürsorge als Mutter; Gottes Führung in Gefährdungen und Unsicherheiten.
3. Verlust Jesu im Tempel:
Trauer über die scheinbare Trennung von Jesus, zugleich Erkenntnis von Jesu göttlicher Bestimmung und Suche nach Gott.
4. Maria begegnet Jesus auf dem Weg zum Kreuz:
Teilnahme an seinem Leid; Mitgehen im Schmerz und tiefe Verbundenheit von Mutter und Sohn.
5. Die Kreuzigung Jesu:
Schmerz über den Tod ihres Sohnes, aber auch Bereitschaft, Gottes Willen zu vertrauen.
6. Abnahme Jesu vom Kreuz:
Demütige Trauer, Reinigung durch Mitgefühl und Anerkennung der menschlichen Sterblichkeit.
7. Bestattung Jesu:
Abschluss des Leidenswegs, Vertrauen in Gottes Treue und Hoffnung auf das ewige Leben.

Gott, unser Vater, wir betrachten die Schmerzen Mariens, der Mutter Jesu.
Prophezeiung Simeons: Gib uns Vertrauen, dass dein Plan auch durch Leiden vollendet wird.
Flucht nach Ägypten: Stärke uns in Mut und Hingabe, wenn Gefahren uns begegnen.
Verlust Jesu im Tempel: Hilf uns, dich zu suchen, auch wenn der Weg unscheinbar scheint.
Maria begegnet Jesus auf dem Weg zum Kreuz: Lass uns tiefe Verbundenheit mit dir und deinem Sohn spüren.
Kreuzigung Jesu: Tröste uns in des Leidens Tiefe und lehre uns, deinem Willen zu vertrauen.
Abnahme Jesu vom Kreuz: Reinige unser Herz durch Mitgefühl und Demut vor der Sterblichkeit.
Bestattung Jesu: Festige unsere Hoffnung auf das ewige Leben und deine Treue.
Maria, Mutter der Barmherzigkeit, knüpfe für uns das Bande des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe.
Amen.

mit anderen Augen

Gott schauen
Am Ende seines Lebens wurde der alte König schwermütig. Missmutig ließ er alle Weisen des Landes rufen: „Ich habe alles in meinem Leben erlebt. Nur Gott habe ich nicht gesehen. Ihn will ich noch sehen. Ich habe nicht mehr viel Zeit. Ich gebe euch drei Tage, dass ich Gott ins Angesicht schauen kann. Schafft ihr es nicht, werde ich euch töten lassen.“ Als die Tage vorüber waren, ließ er alle wieder vor sich rufen. Die Weisen blieben jedoch stumm. Als der zornige König ihr Todesurteil verkünden wollte, kam ein Hirte vom Feld. Er hatte vom Befehl des Königs gehört und sprach: „Erlaube mir, großer König, dass ich dir deinen Wunsch erfülle.“ – „Es geht um deinen Kopf“, antwortete der König, „wenn es dir nicht gelingt, werde ich dich töten lassen.“ Der Hirte nickte und führte den König vor das Schloss. Dann zeigte er auf die Sonne. „Schau hin, großer König.“ Der König wollte in die Sonne blicken, aber ihr Glanz blendete ihn so stark, dass er seine Augen schloss. „Aber König“, sprach der Hirte, „die Sonne ist doch nur ein kleines Stückchen der Schöpfung Gottes. Und du willst mit deinen schwachen, tränenden Augen Gott schauen? Geh und suche ihn mit anderen Augen!“ (Nach Leo Tolstoi)