das Kreuz

Das Kreuz
Ein Balken von dir zu mir.
Ein Balken voller Worte, die wir zueinander sprechen.
Wohlwollende, bestärkende Worte.
Verletzende, erniedrigende Worte.
Ein Balken voller Gesten, die wir einander geben.
Helfende, tragende Gesten.
Abweisende, angstmachende Gesten.
Ein Glück, dass es da noch den anderen Balken gibt.
Einen Balken vom Himmel zur Erde.
Ein Balken voller Zusage, Liebe und Hoffnung.
Ein Balken, der in Verbindung bleibt mit uns,
die wir uns oft auf den einen Balken von dir zu mir beschränken.
Wenn sich die beiden Balken verbinden, sehen wir das Kreuz.
Ein Zeichen, das an das Leid erinnert.
Jenes, das Menschen einander zufügen können.
Ein Zeichen, das aber auch daran erinnert,
dass wir einander beim Tragen helfen können.
Und bestärkt werden in der Verbindung mit dem Himmel.


alle Knospen springen auf

Alle Knospen springen auf, fangen an zu blühen.
Alle Nächte werden hell, fangen an zu glühen.

Alle Menschen auf der Welt fangen an zu teilen.
Alle Wunden, nah und fern, fangen an zu heilen.

Alle Augen springen auf, fangen an zu sehen.
Alle Lahmen stehen auf, fangen an zu gehen.

Alle Stummen hier und da fangen an zu grüßen.
Alle Mauern, tot und hart, werden weich und fließen.


Jesus Garten Kinderbibel

aus der Kinderbibel:

Der Garten Getsemani

(Markus 14)

Nach dem Abendmahl stieg Jesus mit seinen Freunden auf den Ölberg, um den Garten Getsemani aufzusuchen. Während sie gingen, sprach Jesus zu ihnen: „Heute Nacht werdet ihr fortlaufen und mich verlassen. „Das würde ich nie tun!“ protestierte Petrus. „Bevor der Hahn kräht“, sagte Jesus, „wirst du drei Mal sagen, dass du mich nicht kennst.“ „Selbst wenn ich sterben müsste, würde ich das nicht sagen!“, rief Petrus. Die anderen Jünger stimmten ihm zu. Jesus ging mit Petrus, Jakobus und Johannes zum Garten Getsemani. „Mein Herz ist schwer“, sagte Jesus. „Ich möchte beten. Bleibt hier und haltet Wache.“ Er lief ein Stück voraus und kniete sich nieder, um zu beten. „Vater“, betete Jesus, „wenn es möglich ist, erspare mir diesen Tod, aber nur, wenn du es willst.“ Dann ging er zurück zu Petrus, Jakobus und Johannes und fand sie schlafend vor. Er weckte sie und bat sie wieder, Wache zu halten. Dieses Mal ging Jesus weiter in den Garten, um zu beten. Noch zwei Mal kam er zurück zu den drei Jüngern und jedes Mal waren sie eingeschlafen. Aber als er sie das dritte Mal weckte, hörte Jesus Stimmen und sah Fackeln, die sich näherten. Die Tempelwachen und Hohepriester suchten nach Jesus. Sie waren gekommen, um ihn festzunehmen – Judas führte sie an. „Der Mann, den ihr sucht, ist der, den ich küssen werde“, sagte Judas zu den Wachen. Er lief zu Jesus und küsste ihn auf die Wange. Die Wachen umstellten Jesus, aber er wehrte sich nicht. Petrus zog sein Schwert und hieb dem Diener eines Hohepriesters ein Ohr ab. „Das ist genug!“ sagte Jesus, und heilte das Ohr des Mannes wieder. Dann wandte er sich an die Priester und Wachen. „Warum seid ihr mit Schwertern bewaffnet gekommen, als sei ich ein Verbrecher?“, fragte er. Aber ohne ein Wort nahmen die Priester und Wachen ihn fest und führten ihn ab. Da liefen alle Jünger erschreckt davon, genau wie Jesus gesagt hatte.

Wer nicht jeden Tag die Bibel und die Zeitung liest,
weiß weder über die Welt Bescheid
noch über das, was die Welt braucht.

(Johannes Rau)