Dir ist nichts verborgen

1. Dir Gott ist nichts verborgen,
du schaust mein Wesen ganz.
Das Gestern, Heute, Morgen
wird hell in deinem Glanz.
Du kennst mich bis zum Grund,
ob ich mag ruhn, ob gehen,
ob sitzen oder stehen,
es ist dir alles kund.

2. Und wollt ich mich verhüllen
in Finsternis und Nacht,
du wirst sie ganz erfüllen
mit deines Lichtes Pracht.
Du kennst das Dunkel nicht,
die Nacht wird dir zum Tage
und wo ich Dunkel sage,
da ist vor dir nur Licht.

3. Du hast geformt mein Wesen
schon in der Mutter Schoss.
Du schaust all meine Blößen,
hast mir bestimmt mein Los.
Und wollt ich zählen, Herr,
und deine Pläne fassen,
ich müsste davon lassen,
sie sind wie Sand am Meer.

4. Wenn ich zum Himmel flöge,
ich könnt dir nicht entflieh’n.
Wenn ich zum Abgrund zöge,
ich fände dich darin.
Trüg’ mich das Morgenrot
bis zu der Erde Enden,
du hieltest mich in Händen
im Leben und im Tod!

5. Dir will ich Dank bezeugen,
der herrlich mich gemacht
und mich voll Staunen neigen
vor deiner Werke Pracht.
Du, der mich prüft und kennt,
halt mich in deinem Segen,
leit mich auf ew’gen Wegen,
bis an mein selig’ End!

Papst Paul VI.

Papst Paul VI.– wer war er?
... der Papst meiner Kindheit – Gruß, Aloys


Papst Paul VI. war der Papstname von Giovanni Battista Montini, der von 1963 bis 1978 das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche war. Er trat die Nachfolge von Papst Johannes XXIII. An.
Zweites Vatikanisches Konzil: Paul VI. setzte das Konzil fort, schloss es und implementierte zahlreiche Konzilsdokumente. Das Konzil veränderte die Kirche in vielerlei Hinsicht, etwa in der Liturgie, der Ökumene und der Kirchenreform.
Liturgische Reformen: Eine zentrale Änderung war die Einführung der Liturgie in der Volkssprache statt ausschließlich Latein, insbesondere die Messfeier in den jeweiligen Landessprachen. Er befürwortete auch eine stärkere Beteiligung der Laien.
Ökumene und Dialog: Paul VI. setzte sich vermehrt für ökumenische Bemühungen ein, suchte Dialog mit anderen christlichen Konfessionen sowie mit anderen Religionen. Ein bedeutendes Zeichen war sein Besuch im Ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel (1964) und sein Besuch bei dem Ökumenischen Patriarchen Athenagoras I. im Jahr 1964.
Sozial- und Menschenrechte: Sein Pontifikat legte Wert auf soziale Gerechtigkeit, Wohlstand, Friedensethik und die Würde des Menschen; er arbeitete an der Förderung sozialer Gerechtigkeit innerhalb der Kirche und in der Welt.
Enzykliken und Lehrausführungen: Zu seinen wichtigsten Dokumenten gehören die Enzykliken Humanae Vitae (1968), welche die katholische Sexualethik, insbesondere die Pflicht zur Empfängnisverhütung, behandelt, sowie Schriften wie Evangelii Nuntiandi (1975), die die Evangelisierung in der heutigen Welt behandelte.
Heiligsprechung und Seligsprechung: Paul VI. wurde als Heiliggesprochen am 19. Oktober 2018 von Papst Franziskus heiliggesprochen, nachdem zuvor 1968 seine Seligsprechung erfolgte. Seine Heiligsprechung wird oft als Anerkennung für sein Lebenswerk gesehen.
Tod und Nachwirkung: Paul VI. verstarb am 6. August 1978. Sein Pontifikat prägte maßgeblich die moderne Ausrichtung der Kirche, auch wenn einige Entscheidungen, wie die Enzyklika Humanae Vitae, kontroverse Debatten auslösten. Seine Reformen markieren eine bedeutende Phase der Kirchenspaltung und Öffnung gegenüber der modernen Welt.