Am heutigen 29. April wird die heilige Katharina von Siena besonders verehrt.
Sie gilt als Schutzpatronin Europas.
Die Stunde ist kostbar.
Warte nicht auf eine spätere, gelegenere Zeit.
(Katharina von Siena)
Katharina Benigna von Siena wurde 1347 geboren. Sie stammte aus einer großen, religiös geprägten Familie. Bereits als Jugendliche entschied sie sich für ein geistliches Leben und trat dem dritten Dominikanerinnen-Orden bei.
Sie lebte ein strenges, kontemplatives Leben mit Fasten, Gebet und Dienst an der Gemeinschaft. Katharina war bekannt für ihre Visionen, ihre tief empfundene Gottesnähe und ihren unermüdlichen Einsatz für die Armen und Leidenden.
Katharina wurde durch ihre klare Botschaft von Reformen in der Kirche bekannt. Sie schrieb Briefe an Päpste und Kardinäle und fungierte gewissermaßen als Vermittlerin in politischen Konflikten der Zeit, insbesondere im Streit zwischen Rom (Päpste in Avignon) und anderen Machtzentren in Italien. Sie drängte auf Moral, Buße und geistliche Erneuerung.
Sie wurde zu einer der wichtigsten Stimmen ihrer Zeit, wenn es darum ging, Reformen der Kirche zu fördern. Ihr Wirken zeigte, dass geistliche Autorität auch gesellschaftliche Verantwortung umfasst. Sie verfasste Schriften, in denen sie die Nachfolge Christi, Demut, Liebe zum Nächsten und den Dienst am Bedürftigen betonte. Ihr bekanntestes Werk ist das Dialogwerk „Dialogus“, in dem sie die Leiden Christi und die Versuchungen der Menschheit thematisiert.
Katharina wurde für ihr außergewöhnliches geistliches Leben verehrt. Sie wurde 1461 selig- und 1461 heiliggesprochen; 1970 wurde sie als erste Frau überhaupt von Papst Paul VI. zur Doctor humanitatis christianae (Doctor der Kirche) erhoben, schließlich 1970 als erste Frau in die Gruppe der vier sogenannten "Doctoren der Kirche" aufgenommen. Diese Auszeichnung würdigt ihre herausragenden Beiträge zur Theologie und Spiritualität.
Katharina von Siena gilt als Schutzpatronin Europas und der Schriftstellerinnen; ihr Leben steht für Mut, Haltung gegen Korruption und den festen Willen, die Kirche zu reformieren, ohne den Glauben zu verraten. Ihre Schriften inspirierten viele Gläubige und prägen bis heute das christliche Denken.
Nicht das Beginnen wird belohnt,
sondern einzig und allein das Durchhalten.
(Katharina von Siena)
keinen Tag
1. Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst:
Niemand ist da, der mir die Hände reicht.
Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst:
Niemand ist da, der mit mir Wege geht.
Und der Friede Gottes, der höher ist als unsre Vernunft,
der halte unsrn Verstand wach und unsre Hoffnung groß
und stärke unsre Liebe.
2. Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst:
Niemand ist da, der mich mit Kraft erfüllt.
Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst:
Niemand ist da, der mir die Hoffnung stärkt.
Und der Friede Gottes, der höher ist als unsre Vernunft,
der halte unsrn Verstand wach und unsre Hoffnung groß
und stärke unsre Liebe.
3. Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst:
Niemand ist da, der mich mit Geist beseelt.
Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst:
Niemand ist da, der mir das Leben schenkt.
Und der Friede Gottes, der höher ist als unsre Vernunft,
der halte unsrn Verstand wach und unsre Hoffnung groß
und stärke unsre Liebe.
Tagesevangelium
Tagesevangelium vom 29. April 2026
Evangelium Johannes 12, 44–50
In jener Zeit rief Jesus aus: Wer an mich glaubt, glaubt nicht an mich,
sondern an den, der mich gesandt hat, und wer mich sieht, sieht den, der mich gesandt hat.
Ich bin als Licht in die Welt gekommen, damit jeder, der an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibt.
Wer meine Worte nur hört und sie nicht befolgt, den richte nicht ich;
denn ich bin nicht gekommen, um die Welt zu richten, sondern um die Welt zu retten.
Wer mich verachtet und meine Worte nicht annimmt, der hat schon seinen Richter:
Das Wort, das ich gesprochen habe, wird ihn richten am Jüngsten Tag.
Denn ich habe nicht von mir aus gesprochen,
sondern der Vater, der mich gesandt hat,
hat mir aufgetragen, was ich sagen und reden soll.
Und ich weiß, dass sein Auftrag ewiges Leben ist.
Was ich also sage, sage ich so, wie es mir der Vater gesagt hat.
…. Besinnliches zum heutigen Evangelium
In diesem Abschnitt fasst Johannes die großen Themen der Predigt Jesu zusammen: glauben und sehen, Licht und Finsternis, hören und bewahren, richten und retten. Nur der Glaubende kann sehen: Er sieht in Jesus nicht nur einen außerordentlichen Menschen, sondern den, der vom Vater als das Licht in die Welt gekommen ist. Licht heißt im Johannesevangelium: Wahrheit, Leben, Freude, Heil. Den göttlichen Ursprung Jesu und das Ziel seiner Sendung erkennen, das ist Glaube. Wer glaubt, nimmt das Licht auf und wird vom Licht aufgenommen. Er hat sich für das Leben entschieden; die Auferstehung und das Gericht liegen hinter ihm.
Lebe das, was du vom Evangelium verstanden hast.
Und wenn es noch so wenig ist. Aber lebe es.
(Roger Schulz)

