Frieden Gegenwart

„Herr, gib uns deinen Frieden!“

Gewissen ist Gottes Gegenwart im Menschen.

(Emanuel Swedenborg)

Du Gott des Aufbruchs segne mich,
wenn ich Dein Rufen vernehme,
wenn Deine Stimme lockt,
wenn Dein Geist mich bewegt
zu Aufbruch und Neubeginn.
Du Gott des Aufbruchs begleite und behüte mich,
wenn ich aus Abhängigkeiten entfliehe,
wenn ich mich aus Gewohnheiten verabschiede,
wenn ich festgetretene Wege verlasse,
wenn ich dankbar zurückschaue.
Du Gott des Aufbruchs wende mir Dein Angesicht zu,
wenn ich Irrwege nicht erkenne,
wenn Angst mich befällt,
wenn Umwege mich ermüden,
wenn ich Orientierung suche
in den Stürmen der Unsicherheit.
Du Gott des Aufbruchs leuchte auf meinem Weg,
wenn die Ratlosigkeit mich fesselt,
wenn ich fremdes Land betrete,
wenn ich Schutz suche bei Dir,
wenn ich neue Schritte wage
auf meiner Reise nach innen.
Du Gott des Aufbruchs mache mich aufmerksam,
wenn ich mutlos werde,
wenn mir Menschen begegnen,
wenn meine Freude überschäumt,
wenn Blumen blühen,
die Sonne mich wärmt,
Wasser mich erfrischt,
Sterne leuchten auf meinem Lebensweg.
Du Gott des Aufbruchs sei mit mir unterwegs
zu mir selbst, zu den Menschen, zu dir.
(Michael Kessler)

Hinter den Tränen der Trauer verbirgt sich ein Lächeln der Erinnerung.

Behutsam schließt man den Toten die Augen;
Ebenso behutsam muss man den Lebenden die Augen öffnen.

(Jean Cocteau)

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Es segne und beschütze uns alle der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

Tagesrückblick

Gebet der liebenden Aufmerksamkeit - Mögliche Schritte für einen Tagesrückblick

1. Vorbereitung (mich einfinden):
Mich in Stille vor Gott einfinden. Ich will mit allem dasein, was ich bin und was zu mir gehört. Ich nehme die Bewegungen meines Atems wahr und spüre in den Leib hinein und frage mich: Wer bin ich vor meinem Gott? Wie steht es um mich?

2. Dank und Bitte:
"Staunend darf ich dasein vor Dir, Gott meines Lebens. Ich danke Dir für das Empfangene, für Deine Liebe in allem. Schenke mir die Offenheit, damit ich in Deinem Licht die Wirklichkeit dieses Tages zulassen und erkennen kann. Nur in Deinem Licht schaue ich das Licht. Gib mir ein feines Gespür für die Kräfte im Leben, die mich von Dir trennen."

3. Den Tag anschauen (Blick auf die Wirklichkeit)

Mit Liebender Aufmerksamkeit - ohne gleich zu werten - mich dem zuwenden, was heute war: In mir, durch mich, um mich ...
Stunde für Stunde, Ort um Ort, Begegnung nach Begegnung an mir vorbeiziehen lassen; es geht nicht um Vollständigkeit, sondern um Verweilen bei dem, was sich anbietet. Empfindungen (Sinneswahrnehmungen), Gefühle (Freude, Ärger, Angst), Gedanken, die ich hatte, können wieder aufsteigen, andere melden sich neu.
Wo nahm ich Spuren Gottes wahr, wo nicht? Wo verspürte ich Gottes Geist, wo nahm ich Widerstände und Umtriebe vom Ungeist wahr? "Herr, was wolltest Du mir mit all dem sagen?"
Vor Gott bringen, was ich wahrgenommen haben: Was ist in mir da? Freude, Betroffenheit, Unruhe, Trauer. Was war gut, was lässt mich hoffen? Was ist da an Ungelöstem, an Wunden oder Schuld; was beschäftigt mich jetzt noch, was macht mir jetzt noch zu schaffen?
Mich neu Gott anvertrauen: "Herr, in deine Hände lebe ich mein Leben!" - Was lege ich alles in Gottes Hand? Mein Empfinden vom Tag in einer körperlichen Geste ausdrücken.

4. Dank u. Bitte um Verzeihung u. Versöhnung
"Herr, ich möchte Dir danken für Deine Gegenwart und für Dein Wirken in meinem Leben an diesem Tag." Gott um Verzeihung bitten für die Fehler: "Schenke mir Schmerz und Reue, die mich offen machen für Deine versöhnende Liebe."

5. Gott um Entschiedenheit bitten:
Spüre ich neue Hoffnung in mir? Drängt mich eine Sehnsucht zur treueren Nachfolge? Bitte um Kraft und Zuversicht zum Weitergehen.