Tagesevangelium

Tagesevangelium vom 22. Juni 2026

Evangelium Matthäus 7, 1–5

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet!
Denn wie ihr richtet, so werdet ihr gerichtet werden
und nach dem Maß, mit dem ihr messt, werdet ihr gemessen werden.
Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders,
aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht?
Oder wie kannst du zu deinem Bruder sagen:
Lass mich den Splitter aus deinem Auge herausziehen! –
und siehe, in deinem Auge steckt ein Balken!
Du Heuchler! Zieh zuerst den Balken aus deinem Auge,
dann kannst du zusehen, den Splitter aus dem Auge deines Bruders herauszuziehen!

…. Besinnliches zum heutigen Evangelium
Vom Richten und vom Zurechtweisen (V. 1–2.3–5) handelt das heutige Evangelium. Mit welchem Recht und nach welchem Maß kann ein Mensch den anderen richten, über ihn urteilen, ihn verurteilen? Was weiß er von ihm in Wirklichkeit? Er kennt nicht einmal sich selbst. Weiß er, wie das Gericht über ihn selbst ausfallen wird – nicht das Gericht der Menschen, sondern das Gericht Gottes? Vor Gott sind wir alle schuldig, aber er gibt uns eine Chance: Er richtet uns nach dem Maß, mit dem wir selbst den Mitmenschen, den Bruder gemessen haben. Aber gibt es nicht objektive Normen und Maßstäbe, z. B. das Evangelium selbst? Ganz sicher. Doch das Evangelium verstehen wir genau so weit, als wir es leben. Im gleichen Maß werden wir auch begreifen, was die Sünde ist: die eigene und die fremde. Dann aber vergeht uns die Lust, zu richten und zu verurteilen, und wir begreifen, dass wir etwas ganz anderes zu tun haben: uns nach dem Evangelium „richten“ (in der doppelten Bedeutung dieses Wortes) und dem Bruder und der Schwester helfen, wo es nötig ist.

Lebe das, was du vom Evangelium verstanden hast.
Und wenn es noch so wenig ist. Aber lebe es.

(Roger Schulz)

aufblühen lassen

Überlege was Dich aufblühen lässt,
dem gehe nach.

(Ulrich Schaffer)

Gott liebt uns nicht,
weil wir so wertvoll sind,
sondern wir sind so wertvoll,
weil Gott uns liebt.

(Helmut Thielicke)

Ich bin da (Ex 3,14)
Ich bin da, wenn du allein bist.
Ich bin da, wenn du dich betroffen fühlst.
Ich bin da, wenn sie dich ausstoßen.
Ich bin da, wenn du meinst, es geht nicht mehr.
Ich bin da, wenn du verzweifelt und traurig bist.
Ich bin da, wenn du Angst und Furcht hast.
Ich bin da, wenn alle dich nicht mögen.
Ich bin da, wenn zwischen deiner Freundschaft eine Mauer ist.
Ich bin da, wenn du vor Sorge nicht schlafen kannst.
Ich bin da, wenn einer dir etwas zuleide tut.
Ich bin da, wenn du in großer Gefahr bist.
Ich bin da, wenn du krank bist und Hilfe brauchst.
Ich bin da, wenn du mit deinem Kummer nicht allein fertig wirst.
Ich bin da, wenn für dich die Welt zerbricht.
Ich bin da, wenn du ein wenig mehr Liebe brauchst.
Ich bin da, wenn du große Schmerzen hast.
Ich bin da, wenn keiner dir zuhört.
Ich bin da, wenn du dich vor Erschöpfung nicht mehr halten kannst.
Ich bin da, wenn du mich rufst.
Ich bin da, wenn du heimkehrst zu mir.
Ich bin da, wie die Sonne, die dir Wärme und Fröhlichkeit gibt.
Ich bin da, wie eine Flamme, die nie verlöscht.
Ich bin da, wie eine schöne Blume, die dein Herz erfreut.
Ich bin da, wie eine Wolke, die dich mit Liebe umhüllt.
Ich bin da, wie ein Licht, das deinen Weg erleuchtet.
Ich bin da, wie ein Auge, das mit Liebe auf dich schaut.
Ich bin da, wie eine Hand, die vorsorglich deine Hand ergreift.
Ich bin da, wie ein Herz, das immer für dich schlägt.
Ich bin da, wie ein Engel, der dich schützt und leitet.
Ich bin da, wie ein Freund, der dich niemals im Stich lässt.
Ich bin da, wie eine Schwester, die mit dir die Sorge teilt.
Ich bin da, wie ein Bruder, der zu dir steht in Freund und Leid.
Ich bin da, wie eine Mutter, die mit dir fühlt, dich ganz versteht.
Ich bin da, als dein Vater, der dir ewige Geborgenheit gibt.
Ich bin immer für dich da, dein unendlich liebender Gott.

Meine Sache ist es, an Gott zu denken;
Gottes Sache ist es an mich zu denken.

(Simone Weil)

3 x „SCHMUNZELIGES“
1. Die Frau des Beamten fragt ihren Mann: "Warum kommst du so spät von der Arbeit?" "Mein Wecker ging nicht und meine Kollegen haben mich nicht geweckt!"
2. Welches Hilfsmittel benutzen Gespenster bei Prüfungen? Den Spukzettel.
3. Der Arzt zum Patienten: „Tut mir leid, aber ich kann bei Ihnen nichts finden. Es muss am Alkohol liegen!“ Patient: „Dann komme ich wieder, wenn Sie nüchtern sind.“

Es segne und begleite uns der dreieinige Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen

hörendes Herz Frieden

„Herr, gib uns deinen Frieden!“

Barmherziger Gott,

schenke uns ein hörendes Herz,
damit wir die Stimmen der Zeit wahrnehmen
und eine heilende Antwort verkünden.
Wandelnder Gott,
rufe uns heraus aus engen Grenzen,
damit wir Mauern überspringen,
uns dem Unbekannten annähern
und gemeinsames Leben ermöglichen.
Schöpferischer Gott,
lasse deinen Geist in uns allen wirksam werden,
damit wir mit kreativer Kraft an deinem Reich weiterbauen.
Liebevoller Gott,
segne uns mit deiner Liebe, damit wir sie vermehren
und so den offenen Himmel auf Erden spürbar machen.
(Angelika Gassner)


Menschlichkeit und Sanftmut verdienen bei jeder Gelegenheit empfohlen zu werden,
und kein Anlass dazu kann entfernt sein.
(Gotthold Ephraim Lessing)

DIE PERLE
Einst fragte ein Junge seinen Großvater, wie denn die Perlen entstehen, die so wunderschön in der Sonne glänzen. Der Großvater antwortete, dass die Muscheln am Meeresboden liegen und sich ab und zu öffnen, um Nahrung aufzunehmen und die Schönheit des Lebens zu sehen. Wenn dabei ein kleines Sandkorn in das Muschelgehäuse gelangt, umhüllt die Muschel es Schicht für Schicht, da ihr Körper so weich und verletzlich ist, bis schließlich eine wunderschöne Perle entstanden ist. So ergeht es auch uns Menschen, erzählt der Großvater weiter. Wenn wir uns aus Angst vor Schmerzen nicht für den Reichtum und die Schönheit des Lebens öffnen, bleibt unser Leben arm und leer. Doch jeder, der selbst Schmerzen erlitten hat, wird zu seinen Mitmenschen barmherziger und liebevoller sein. Darum, mein Junge, öffne dein Haus weit und vertraue dich dem Leben an, und wenn der Schmerz in dich dringt, nimm ihn an und verwandle ihn in eine Perle, die unvergänglich ist.

Über allem Vergangenen
steht Gottes Güte und Vergebung.

(Dietrich Bonhoeffer)

Freundschaft
Freundschaft liegt nicht im Trend, sie folgt auch keiner Mode
und man bekommt keine Zinsen dafür.
Trotzdem ist sie die allerbeste Investition im Leben!


Die schönste Freude erlebt man immer da,
wo man sie am wenigsten erwartet.
(Antoine de Saint-Exupéry)

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Es segne und beschütze uns alle der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.