Tagesevangelium

….. Tagesevangelium vom 08. Oktober 2025

Evangelium Lukas 11, 1–4


Jesus betete einmal an einem Ort; als er das Gebet beendet hatte,
sagte einer seiner Jünger zu ihm: Herr, lehre uns beten,
wie auch Johannes seine Jünger beten gelehrt hat!
Da sagte er zu ihnen: Wenn ihr betet, so sprecht:
Vater, geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme. Gib uns täglich das Brot, das wir brauchen!
Und erlass uns unsere Sünden; denn auch wir erlassen jedem, was er uns schuldig ist.
Und führe uns nicht in Versuchung!

…. Besinnliches zum heutigen Evangelium:
Die Tatsache, dass Jesus betet, und die Art, wie er es tut, veranlasst die Bitte: „Herr, lehre uns beten!“ Jesus gibt den Jüngern das Vaterunser als Grundform und Grundweisung für alles Beten. Lukas berichtet im Vergleich zu Matthäus (Mt 6, 9–13) einen kürzeren Wortlaut des Vaterunsers, mit nur fünf Bitten. In der Mitte steht die Bitte um das Brot, das wir täglich brauchen: das Brot für Leib und Seele. Voraus gehen zwei Gebetsrufe, die Gottes Ehre (seinen „Namen“) und das Kommen seiner Herrschaft zum Inhalt haben. Vergebung der Sünde und Bewahrung vor dem Bösen ist, nach dem täglichen Brot, das, was der Mensch am nötigsten hat. Wer dieses Gebet mit aufrichtigem Herzen sprechen kann, hat angefangen, ein Jünger Jesu zu sein.

Lebe das, was du vom Evangelium verstanden hast.
Und wenn es noch so wenig ist. Aber lebe es.

(Roger Schulz)

nach unserm Platz

„Wir suchen nach „unserem“ Platz“ .... ein schöner Vergleich
Gruß, Aloys


Wachsen dürfen
Ein alter Baumstumpf steht am Waldrand, dicht bewachsen mit Moos und Flechten. Auch so mancher Pilz lugt zwischen den Borkenstücken hervor. Obwohl ihm Stamm und Baumkrone genommen wurden, ist der Stumpf voller Leben. Irgendwann hat sich der Samen einer Birke dorthin verirrt – und er konnte Wurzeln bilden. Womöglich hat ihm niemand eine Chance gegeben. Aber der kleine Baum wächst, zaghaft und ein wenig schief an der Seite des alten Baumstumpfs. Sicher, es gäbe bessere Orte, um ein prächtiger Baum zu werden. Doch die kleine Birke hat ihren Platz gefunden. Vielleicht war der kleine Samen lange durch die Luft gewirbelt worden und hatte nicht recht gewusst, wohin.
Eine Erfahrung, die wir auf unser Leben übertragen können: Wir suchen nach „unserem“ Platz, der manchmal auf den ersten Blick nicht als „richtig“ erscheinen mag. Alles hat seine Zeit – wir brauchen uns nicht zu sorgen, dass wir zu spät sein könnten oder nicht rechtzeitig finden, wonach wir suchen. Gott ist mit uns. Wir wachen mit und an dem, was er uns umgibt. Vertrauen stärkt und hält uns, wie das Moos und die Borke den zarten Stamm des Bäumchens.