wie wahr, wie wahr

.. wie wahr, wie wahr

Wie man die Welt verbessert

Ein Mann fasste einmal vor dem Schlafengehen einen wichtigen Beschluss. Er wollte gleich am nächsten Tag nach dem Aufstehen damit beginnen, die ganze Welt zu verbessern. Als er am kommenden Morgen aufstand, da erschien ihm das ganze Projekt doch etwas zu hochgestochen, und er beschloss, nur das Land in dem er lebte, in Ordnung zu bringen. Doch bald schien ihm auch dies als eine zu schwere Aufgabe. Vielleicht genügt es, dachte er, wenn ich meine Stadt zu bessern versuche, oder meinen Stadtteil, meine Straße, mein Haus, in dem ich wohne besser mache. Als er zuletzt einsah, dass es ihm wahrscheinlich nicht einmal gelingen würde, seine Familie zur Besserung zu bewegen, da fasste er den endgültigen Entschluss: „Also muss ich halt bei mir selbst beginnen!“

gegenseitig Essen geben

Himmel und Hölle
Ein Rabbi bat Gott einmal darum, Himmel und Hölle sehen zu dürfen. Gott erlaubte es ihm und gab ihm den Propheten Elias als Führer mit auf den Weg. Elias führte den Rabbi zuerst in einen großen Raum, in dessen Mitte auf einem Feuer ein Topf mit einem köstlichen Gericht stand. Rundum saßen Menschen mit langen Löffeln und schöpften alle aus dem Topf. Aber sie sahen blass, mager und elend aus. Es herrschte eine eisige Stille. Denn die Stiele ihrer Löffel waren so lang, dass sie das herrliche Essen nicht in den Mund bringen konnten. Als die beiden Besucher wieder draußen waren, fragte der Rabbi den Propheten, welch ein seltsamer Ort das gewesen sei. Es war die Hölle. Daraufhin führte Elias den Rabbi in einen zweiten Raum, der genauso aussah wie der erste. In der Mitte brannte ein Feuer und kochte ein köstliches Essen. Die Menschen hatten auch alle lange Löffel in der Hand. Aber sie waren alle gut genährt, gesund und glücklich. Sie unterhielten sich angeregt. Sie versuchten nicht, sich selbst zu füttern, sondern benutzten die langen Löffel, um sich gegenseitig zu essen zu geben. Dieser Raum war der Himmel.